In der jüngsten Sitzung des Rannunger Gemeinderates stand die örtliche Prüfung der Jahresrechnung für 2020 auf der Tagesordnung. Insgesamt sieben unerledigte Punkte umfasste der Prüfbericht. Unter anderem hatte der Rechnungsprüfungsausschuss kritisiert, dass vor dem Kauf von Heizöl zum Beispiel für die Mehrzweckhalle keine Preisvergleiche angestellt und dokumentiert worden seien.

"Dies wurde bereits in mehreren Prüfberichten moniert", hieß es. Dazu stellte die Verwaltung fest, dass Preisvergleiche vor der Bestellung im Internet recherchiert würden. Ausdrucke davon seien im Bestellordner vorhanden. Auf künftigen Rechnungen werde auf die Preisvergleiche hingewiesen. Auch Kleinbeträge wie ein Euro Mahngebühren für Stromverbrauch fielen dem Ausschuss auf. Die Erklärung: 2020 wurde der Stromlieferant gewechselt. Die Sachbearbeiterin war mehrere Wochen krank, und der Vertretung war nicht bewusst, dass die Stromrechnungen überwiesen werden müssen, da diese in der Regel abgebucht werden.

Holzlagerplatz geprüft

Auch der Holzlagerplatz geriet ins Visier des Ausschusses. Vier Pachtverträge für sieben Parzellen wurden gefunden. "Laut dem Wissensstand des Rechnungsprüfungsausschusses waren mehr Parzellen belegt", hieß es. Nun soll geprüft werden, ob alle genutzten Parzellen auch tatsächlich verpachtet sind. Der Gemeinderat stellte schließlich die Jahresrechnung für 2020 fest und erteilte der Verwaltung Entlastung.

Eine längere Diskussion verursachten die am Friedhofsparkplatz durchgeführten Arbeiten. Der Gemeinderat hatte im Januar 2021 beschlossen, den Auftrag zur Aufschotterung des Platzes an eine Firma zu vergeben. Der Kostenvoranschlag lag damals bei etwa 2100 Euro brutto. Anfang 2022 wurden die Arbeiten endlich ausgeführt, die Firma rechnete insgesamt 5115 Euro brutto ab. So heißt es in der Beschlussvorlage. Als Begründung heißt es dort "im Angebot vom 19. Januar 2021 wurde davon ausgegangen, dass durch die Firma nur die Sauberkeitsschicht (inklusive Lieferung des Schotters) auf dem Parkplatz aufgezogen werden soll, die restlichen Arbeiten sollten durch den gemeindlichen Bauhof ausgeführt werden."

Tatsächlich seien aber auch das Abziehen des Erdreichs, die Angleichung der Überhänge zu den Asphaltflächen durch die Firma mitübernommen worden. Des Weiteren sei mehr Fläche als angenommen aufgeschottert worden. Dadurch seien Mehrkosten in Höhe von 3415 Euro entstanden, die nun in den Haushaltsplan 2022 eingestellt werden sollten.

Mehrere Räte nicht zufrieden

Die 2. Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste), die die Sitzung leitete, stellte dazu fest, der Bauhof der Gemeinde habe weder die nötigen Mitarbeiter noch die Maschinen, um diese Arbeiten auszuführen. Damit allerdings zeigten sich mehrere Gemeinderäte nicht zufrieden, Josef Holzeimer (CSU/FW) kritisierte "das ist unter aller Kanone, wie es gelaufen ist. Wenn ich keinen Einheitspreis ausmache, dann muss ich bezahlen, was die Baufirma verlangt".

Yvonne Seufert (Bürgerliste) ergänzte, der Bürgermeister hätte schon in früheren Sitzungen darauf hinweisen müssen, dass der Bauhof die Arbeiten nicht übernehmen könne und dass es mehr kostet. Marco Nöller (Bürgerliste) stellte fest "so wie es ist, ist es in Ordnung, und es sieht auch gut aus". Der Gemeinderat vertagte die Entscheidung, ob die Rechnung der Baufirma anerkannt wird, auf die nächste Sitzung, wenn Bürgermeister Fridolin Zehner wieder anwesend ist.

Das Feuerwehrhaus der Gemeinde soll erweitert werden, um zusätzliche Umkleideräume zu schaffen. Die Arbeiten sollen in Eigenleistung ausgeführt werden. Der Gemeinderat genehmigte die erforderlichen 3400 Euro Materialkosten, in denen auch eine Feuerschutztüre enthalten ist.