Knapp 70 000 Proben untersucht

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"Wild-Geflügelpest Sperrbezirk" stand im November 2016 in Berlin auf dem Schild an einem Laternenpfahl im Bezirk Friedrichshain. Das LGL in Erlangen hat im Jahr 2016 allein 765 Proben von verendeten Wildvögeln getestet. Foto: Paul Zinken/dpa
"Wild-Geflügelpest Sperrbezirk" stand im November 2016 in Berlin auf dem Schild an einem Laternenpfahl im Bezirk Friedrichshain. Das LGL in Erlangen hat im Jahr 2016 allein 765 Proben von verendeten Wildvögeln getestet.  Foto: Paul Zinken/dpa

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen kümmert sich auf wissenschaftliche Art um das Wohlergehen der Bürger. Geflügelpest und Mineralölrückstände waren Schwerpunkte.

2016 untersuchte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) knapp 70 000 Proben von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, kosmetischen Mitteln und Tabakwaren. Experten des LGL waren zudem an der Aufklärung eines deutschlandweiten Listerioseausbruches durch Fleisch- und Wurstwaren sowie vegetarische Produkte eines bayerischen Herstellers beteiligt. Geflügelpest und Forschung zu Mineralölrückständen waren weitere Arbeitsbereiche.
Dies alles geht aus dem LGL-Jahresbericht hervor, der kürzlich im Bayerischen Landtag vorgestellt wurde. Insgesamt wurden bei den knapp 70 000 untersuchten Proben nur 0,3 Prozent wegen gesundheitlicher Risiken beanstandet. "Die Beanstandungsquote liegt auf dem Niveau der Vorjahre, die Sicherheit unserer Lebensmittel war damit auch 2016 hoch", kommentiert Andreas Zapf, Präsident des LGL.
Neben Untersuchungen im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung wie Tuberkulose oder Tollwut waren die Fachleute des LGL auch im Bereich der Tiergesundheit gefordert, als auch Bayern ab November 2016 von der Geflügelpest mit dem hochpathogenen Virusstamm H5N8 betroffen war. Das LGL untersuchte vor diesem Hintergrund noch im Jahr 2016 Proben von 765 verendeten Wildvögeln.


Weniger Mineralölbelastung

2016 schloss das LGL außerdem ein Forschungsprojekt zu Mineralölrückständen in Lebensmitteln ab, das Grundlagen für weitere Schritte auf europäischer Ebene liefern soll. 53 verschiedene Lebensmittel, darunter Reis, Müsli oder Backmischungen, wurden auf so genannte MOSH (mineral oil saturated hydrocarbons, gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) und MOAH (mineral oil aromatic hydrocarbons, aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) untersucht.
Die Ergebnisse zeigen im Vergleich zu Untersuchungen aus dem Jahr 2010 Verbesserungen: 48 der 53 beprobten Verpackungen waren so aufgebaut, dass ein Übergang von Mineralöl auf das Lebensmittel minimiert oder ganz verhindert wird. MOSH konnten zwar in 40 Lebensmitteln nachgewiesen werden, jedoch in so geringer Konzentration, dass sie nach derzeitigen Erkenntnissen gesundheitlich unbedenklich sind. MOAH, für die derzeit europaweit noch keine abschließende toxikologische Bewertung vorliegt, wurden in 14 Lebensmitteln gefunden. Einen gesetzlichen Grenzwert für Mineralölrückstände in Lebensmitteln gibt es derzeit noch nicht. Die im Rahmen des Forschungsprojekts ermittelten Werte werden in das EU-Monitoring-Projekt für europäische Grenzwerte einfließen.
Besonderes Augenmerk im Bereich der Gesundheit galt 2016 der Präventionsarbeit. So wurde in Zusammenarbeit mehrerer Institutionen die Ausstellung "Kindersprechstunde" konzipiert. Zudem wurde das Thema Borderline-Störungen aufgegriffen. Die regelmäßig stattfindende Ausstellung "Klang meines Körpers", die sich mit Essstörungen auseinandersetzt, stieß erneut auf große Resonanz. "In den vergangenen zehn Jahren konnten damit bereits über 57 000 Schüler erreicht werden", ergänzt Zapf.