Marktbreit: VR-Bank und Schlecker für die Verwaltung?
Autor: Robert Haaß
Marktbreit, Mittwoch, 29. März 2023
Überraschende Entwicklung bei der Standortsuche nach neuen Räumen für die VG-Verwaltung: Jetzt hat die Stadt Marktbreit die Initiative ergriffen und eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung der Grundstücke Schlecker und VR-Bank in der Ochsenfurter Straße in Auftrag gegeben. Bis zum Ergebnis der Studie stellte die VG-Versammlung in ihrer Sitzung am Dienstagabend die Entscheidung über die Gründung eines Kommunalunternehmens zurück.
Überraschende Entwicklung bei der Standortsuche nach neuen Räumen für die VG-Verwaltung: Jetzt hat die Stadt Marktbreit die Initiative ergriffen und eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung der Grundstücke Schlecker und VR-Bank in der Ochsenfurter Straße in Auftrag gegeben. Bis zum Ergebnis der Studie stellte die VG-Versammlung in ihrer Sitzung am Dienstagabend die Entscheidung über die Gründung eines Kommunalunternehmens zurück.
Und das ohne Diskussion und ohne Gegenstimmen, trotz der in etlichen Ratsgremien emotional diskutierten Entscheidung über die Zukunft der Verwaltung in Marktbreit, etwa durch einen Neubau nahe der Feuerwehr.
Wie sehr wohl die Mitglieder der VG-Versammlung unter Druck gestanden hatten, machte eine fast larmoyante Stellungnahme von Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht deutlich. Alle Standortmöglichkeiten seien von den Bürgermeistern im Vorfeld geprüft worden – am Ende die Wahl auf den Neubau gefallen. "Wir haben uns das nicht einfach und viele Gedanken gemacht", so Albrecht.
Zuvor war Gemeinschaftsvorsitzender Harald Kopp noch einmal auf die Historie eingegangen. Da war der Konsens, dass die Verwaltung zu beengt untergebracht ist. Da war der Grundstückskauf nahe der Marktbreiter Feuerwehr und der Architektenwettbewerb für einen Bau auf dem Grundstück nahe des Mains, der eindeutig ausgefallen war. Bei aller Kritik am Gebäude: Es würde auch Maßstäbe setzen, sei es doch nach der Nutzung komplett recyclebar. Auch das mit dem Bau in der HQ-100 Linie stimme, "doch es ist so geplant, dass es nicht absäuft", so Kopp.
Zwei neue Entwicklungen
Blieben noch die Kosten, mit rund 13 Millionen Euro. Hier wurden von außen Zahlenentwicklungen genannt, die einfach nur Spekulation seien. Mit der Gründung eines Kommnalunternehmens (KU) bestehe die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent der Baukosten zu sparen, da das KU nicht ans Vergaberecht gebunden sei.
Allerdings gebe es zwei neue Entwicklungen: Zum einem stehe nun das ehemalige VR-Bank Gebäude in der Ochsenfurter Straße, direkt neben dem bereits in städtischem Besitz befindlichen Schlecker-Haus zum Verkauf. Zum anderen gebe es seit Dezember vergangenen Jahres die Möglichkeit einer Bezuschussung von Verwaltungsgebäuden über die Städtebauförderung. Was wiederum aber mit einem Kommunalunternehmen nicht zu verbinden sei.
"Wir sind auf der Suche nach Alternativen, um das Ganze zu verwirklichen", sagte Kopp kurz vor der einstimmigen Abstimmung. Nicht beantwortet und auch nicht nachgefragt war, wer nun über den Kauf des VR-Bank Gebäudes verhandelt: Die Stadt oder die Verwaltungsgemeinschaft. Offen auch, wer von beiden eventuell als Käufer auftritt. Zwei Anträge von Versammlungsmitglied Stefan Scherer aus Obernbreit bezüglich eines Neubaus und der Suche nach Alternativen in der Stadt Marktbreit wurden angesichts der Entwicklung zurückgezogen.