Kirchweih-Fahrradtour führte nach Bruck
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Herzogenaurach, Freitag, 28. Juli 2017
Es ist gute alte Tradition beim Heimatverein, am Sonntag nach der Kirchweih eine Fahrradtour zu organisieren. Ziel ist dabei jeweils eine Kirche im Landkrei...
Es ist gute alte Tradition beim Heimatverein, am Sonntag nach der Kirchweih eine Fahrradtour zu organisieren. Ziel ist dabei jeweils eine Kirche im Landkreis, die aufgrund ihrer Bausubstanz oder ihrer Kunstgegenstände besonders sehenswert ist. Nach Puschendorf und Veitsbronn führte die diesjährige Tour zur Peter und Paulskirche in den Erlanger Ortsteil Bruck. Mit Gertrud Trojanski hatten die Heimatfreunde hier eine exzellente Kirchenführerin engagiert.
Das Gotteshaus, 1358 erstmals erwähnt, imponiert durch seinen imposanten, weithin sichtbaren Turm mit den vier Scharwachterkern. Das sind die hervorragenden kleinen Erker an den Eckpunkten, von denen der Torwächter einen perfekten Blick über das flache Land hatte. Vor allem von Süden her drohte dem Ort und der Kirche Ungemach, wie etwa in den beiden Markgrafenkriegen (Mitte des 15. und 16. Jahrhunderts), als die Markgrafen Albrecht Achilles und Albrecht Alcibiades ihr Territorium erweitern wollten sowie im 30-jährigen Krieg.
Eine Wende in der Geschichte der Brucker Kirche brachte das Jahr 1527, als Martin Krauß, ein Schüler Martin Luthers als Pfarrer nach Bruck kam und die neue Lehre einführte.
Eine besondere Leidenszeit hatten die Brucker Einwohner nebst ihrer Kirche im 30-jährigen Krieg zu überstehen. Von 700 "Seelen" bei Kriegsausbruch (1618) überlebten gerade einmal 225. Die Gemeindemitglieder flüchteten samt ihrem Vieh, wenn der Turmwächter sein Signal ertönen ließ, in die nahen Wälder. Auch nach dem Krieg war die Gemeinde noch weitgehend verstreut, sodass kaum Gottesdienste gehalten wurden. Ab 1726 wurde die im gotischen Stil erbaute Kirche barockisiert. Dabei stellen die Stuckarbeiten und Fresken an der Decke eine Besonderheit dar. Mit dem Zuzug von Salzburger Exulanten wurde die Pfarrei um 1732 wieder belebt.
Und da nach der geistigen Erbauung auch Kehle und Magen zu ihrem Recht kommen wollten, führte die Rückfahrt über Alt-Erlangen nach Kosbach zum Fischereihoffest. GÄ