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Kinder in Bewegung


Autor: Gabriela Ruyter

Herzogenaurach, Dienstag, 05. November 2019

Wie fit sind unsere Kinder und Jugendlichen? Bedeutet hoher Medienkonsum weniger körperliche bzw. sportliche Aktivitäten? Zu diesen und anderen Fragen zu körperlicher Fitness wurde in Herzogenaurach u...
Für die Studie werden auch Übungen durchgeführt. Foto: privat


Wie fit sind unsere Kinder und Jugendlichen? Bedeutet hoher Medienkonsum weniger körperliche bzw. sportliche Aktivitäten? Zu diesen und anderen Fragen zu körperlicher Fitness wurde in Herzogenaurach und an 167 anderen Testorten eine Studie durchgeführt.

Das KIT (Institut für Technologie der Universität Karlsruhe) betreibt in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut (Berlin) das Projekt "MoMo" (Motorik-Modul-Längsschnittstudie) und lud per Zufallsprinzip über das Einwohnermeldeamt Probanden ein. Die Teilnahme ist freiwillig. In Herzogenaurach waren es 16 Teilnehmer, vier davon Längsschnittprobanden, die nicht zum ersten Mal dabei waren. Die Studie wird seit 2003 durchgeführt.

Kein Zusammenhang

Festgestellt wurde bisher, dass 70,5 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen bereits mehr als eine Stunde am Tag vor dem Bildschirm sitzen. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass Kinder mit hohem Medienkonsum weniger Bewegung haben als Kinder mit geringerem Medienkonsum. Dies wurde mit einem Akzelerometer (ein Sensor, der die körperlichen Aktivitäten regestiert) gemessen, dieser zeigt keine deutlichen Zusammenhänge zur Nutzung von Geräten wie PC, Fernseher und Spielekonsole. Körperliche Aktivität ist unabhängig davon.

Aber trotz allem bewegt sich ein Großteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nicht ausreichend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 60 Minuten Bewegung am Tag, aber dieses Ziel erreichen die meisten Kinder und Jugendlichen nicht.

Ein interessantes Ergebnis ergab die Messung des Akzelerometers: Man hat festgestellt, dass Mädchen sich im Durchschnitt rund zehn Minuten weniger bewegen als Jungen. Weiterhin wurde festgestellt, dass Jungs unabhängig von ihrem Sozialstatus körperlich aktiv sind, bei Mädchen hingegen ist der soziale Status relevant. Nach den wissenschaftlichen Erhebungen ist das bisherige Fazit vom "MoMo", dass in Deutschland die Sportvereine ein wichtiges Organ für körperliche Aktivitäten sind. Kinder und Jugendliche, die in einem Sportverein aktiv sind, haben eine bessere motorische Entwicklung.