In seiner Oktobersitzung wurde der Bauausschuss der Stadt Bad Rodach mit der Tatsache konfrontiert, dass die Entdeckung eines alten Kriechgangs im Jagsschloss wahrscheinlich zu einer Bauverzögerung und Kostensteigerung führen werde. Das Amt für Denkmalschutz forderte eine archäologische Untersuchung des Bauwerks, um festzulegen, wie hier weiter verfahren werden muss.

Jetzt konnte Bauamtsleiter Dirk Hochberger Entwarnung geben. Nach seinen Worten hat das Amt die Freigabe zum Einbau des Fahrstuhls mit der Auflage erteilt, dass der Kriechgang erhalten bleibt. Für Erheiterung im Bauausschuss sorgte die Information, dass es sich bei dem Gewölbe nicht um ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, wie anfangs angenommen, sondern um einen Abwasserkanal aus dem Jahr 1958 handelt.

Etwas enttäuscht zeigte sich Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) davon, dass die Kurstadt nicht in das Projekt "Windkümmerer" des Freistaates Bayern aufgenommen wurde. "Wir stehen hier auf der Warteliste", informierte Ehrlicher. Für ihn wäre es wichtig, dass die Stadt von staatlicher Seite Unterstützung zum Thema Windenergie erhalten würde. "Wir haben einige Standorte, die für Windkraftanlagen infrage kämen", stellte Ehrlicher fest.

Erhöhten Diskussionsbedarf gab es zu einer Bauvoranfrage, die darauf abzielte, im Carlshaner Weg, Stadtteil Breitenau, ein Wohnhaus mit Gewerbeanmeldung zu erstellen. Christoph Herold (CSU) verwies darauf, dass sich das geplante Vorhaben im Außenbereich befindet und daher zuerst eine Bauleitplanung nötig sei. Klaus Geuther (SBB) warnte davor, Hoffnungen zu wecken. Er zeigte sich sicher: "Das Landratsamt wird das Vorhaben ablehnen." Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling vertrat die Meinung: "Wir haben genug Präzedenzfälle geschaffen, wir dürfen die Anfrage nicht ablehnen." Dirk Hochberger verdeutlichte, dass bei einer negativen Entscheidung der Stadt Bad Rodach das Landratsamt die Voranfrage nicht prüfen werde. Am Ende wurde bei zwei Gegenstimmen das Projekt befürwortet und zur Entscheidung an das Landratsamt weitergeleitet.

Hermann Liebermann (SPD) regte an, in Bad Rodach sollte wieder ein Corona-Testzentrum eingerichtet werden. Bürgermeister Ehrlicher sagte, er hoffe, dass dies zeitnah eingerichtet werden könnte. Zu Details wollte sich Ehrlicher nicht äußern.

Auf Nachfrage von Klaus Geuther, ob die heimische Gastronomie bei der Vergabe des Imbissstandes auf dem Marktplatz mit einbezogen gewesen sei, informierte Geschäftsleiter Uwe Schmidt, dass hierfür die Werbe-Interessengemeinschaft Bad Rodach (WIR) verantwortlich sei.

Ursprünglich wollte sich der Bauausschuss mit der Verlegung von Stolpersteinen beschäftigen. Nachdem noch einige Feinheiten abzuklären sind, wird sich das Gremium in seiner nächsten Sitzung mit der Thematik beschäftigen.