Druckartikel: Keine Klage - die Umgehung muss kommen

Keine Klage - die Umgehung muss kommen


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Hochstadt, Sonntag, 09. Oktober 2016

Zur vieldiskutierten Problematik um die Ortsumfahrung von Hochstadt durch die B 173 neu ging uns folgender Leserbrief zu: Liebe Hochstadter, wieder einmal h...


Zur vieldiskutierten Problematik um die Ortsumfahrung von Hochstadt durch die B 173 neu ging uns folgender Leserbrief zu:

Liebe Hochstadter, wieder einmal hat es die Bürgerinitiative Pro B 173 geschafft, einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Hiermit soll am 16. Oktober 2016 die Gemeinde Hochstadt gezwungen werden, gegen die geplante und dringendst benötigte Ortsumgehung von Hochstadt zu klagen.
Vom Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative Pro B 173 werden wieder die alten, abgedroschen Phrasen wie "Landverbrauch, Flächenversiegelung, Mehrkosten einer vierspurigen Trasse, Rennstrecke, 2+1- Variante, Verkehrsverlagerung und Absinken des Verkehrsaufkommens, als Gründe für die Verhinderung der Umgehung, benannt.
Im Planfeststellungsverfahren des Staatlichen Bauamtes Bamberg vom 30. März 2012 werden Verkehrszählungen an der Zählstelle Zettlitz West aufgelistet. 1#googleAds#100x100 Hier durchliefen im Jahr 1985 9111 Fahrzeuge die Messstelle. Im Jahr 2010 waren es bereits 13 644 Fahrzeuge. Heute fahren rund 18 000 Fahrzeuge durch Hochstadt. So viel zu dem sinkendem Verkehrsaufkommen.
Durch den Bau der Umgehung wird vom Staatlichen Bauamt Bamberg von einer Reduzierung des Durchgangsverkehrs zwischen 75 und 82 Prozent ausgegangen. Dies würde einer Durchlaufleistung von rund 3300 Fahrzeugen entsprechen. Verbunden damit ist eine erhebliche Verbesserung der Lärm- und Luftschadstoffsituation.
In dem Planfeststellungsverfahren wird auf die Unfallhäufigkeit im Bereich der Kreisstraße LIF 13 und Zettlitz eingegangen. Hier wird eine Unfallrate mit Personenschaden von 0,37 (Unfälle pro einer Million Kfz-Kilometer) angegeben. Der Bayerische Durchschnitt der Bundesstraßen beträgt 0,28. Die Unfallrate ist damit überdurchschnittlich hoch.
Durch die geplante Ortsumgehung kann mit einer deutlichen Abnahme der Unfallzahlen gerechnet werden. So betrug der bayerische Durchschnitt auf Autobahnen nur 0,10. In den Jahren 2000 bis 2007 kamen bei 244 Unfällen zwei Menschen ums Leben und es gab zahlreiche Schwerverletzte.
Viele Hochstadter können sich noch an die schweren Lkw- Verkehrsunfälle erinnern. Das dabei nur "erheblicher Sachschaden" entstand und es keine Toten gab, ist nur glücklichen Umständen zu verdanken. Dies wird jedoch von der Bürgerinitiative Pro B 173 und dem Bund Naturschutz ignoriert. Der Bund Naturschutz ist gegen jeglichen Ausbau des Straßennetzes.
Sobald die Planung einer Straße ansteht, wird sofort eine alternative "intelligente" Lösung angeboten mit dem Ziel der Verfahrensverschleppung. Mit welchen Recht erdreistet sich der Bund Naturschutz, der Allgemeinheit seine ökologisch verblendeten Ideen und Hirngespinste aufzuzwingen? Die Ideallösung einer Ortsumgehung für Hochstadt wäre die "Bahntrasse" gewesen. Diese wurde erfolgreich vom Bund Naturschutz beklagt und verhindert. Anschließend wurde die "Hörnchenlösung" als intelligente, dem Naturschutz entsprechende Lösung vorgeschlagen. Nachdem jetzt die Südtrasse verwirklicht werden könnte, schlägt der Bund Naturschutz die Variante Mitte vor.
Im Gutachten des Staatlichen Bauamtes Bamberg werden die Umgehungsvarianten Nord, Mitte und Süd miteinander verglichen. Die Variante Mitte wird wie folgt beschrieben: "Die Variante Mitte ist eine Trasse mit erheblicher Auswirkung auf Tiere und Pflanzen (insbesonders FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet)".
Liebe Hochstadter, die Frage erübrigt sich eigentlich, wer glaubt Ihr, wird der Erste sein, der seine eigene intelligente Lösung beklagen wird? Die Bürgerinitiative Pro B 173 lehnt die Südtrasse ebenfalls ab. Die angeführten Begründungen gleichen denen des Bundes Naturschutz. In Wahrheit möchte sie keine Umgehung vor der Haustüre haben, befürchtet Lärm und erhöhte Abgase und Wertminderung ihrer Immobilien. Die Autobahn wird jedoch weiträumig um Hochstadt herumführen. Die Anlieger der Hauptstraße sind jedoch seit Jahrzehnten direkt betroffen.
Jedem Bürger steht es frei, gegen die Umgehung zu klagen. Warum nehmen diejenigen, die klagen wollen, dieses Recht nicht in Anspruch. Eine Klage, die nach Äußerungen von Herrn Bürgermeister Kneipp keine Aussicht auf Erfolg hat, würde die Gemeinde und somit alle rund 50 000 Euro kosten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Des Weiteren wird wieder eine 2+1-Lösung vorgeschlagen. Bei dieser Variante handelt es sich um eine der unfallträchtigsten Straßenführungen. Viele werden sich an die schweren Unfälle auf der jetzigen A 70 zwischen Bamberg und Kulmbach und auf der B 505 erinnern.



  Alfred Meixner
Hochstadt