Zwei Tonnen Lebensmittel, die zuvor aus den Märkten der Region abgeholt wurden, stehen im Vorraum der Ausgabestelle für Bedürftige in der Höchstadter Lindenstraße und werden von ehrenamtlichen Helfern in Kisten sortiert. Diese stehen dann zur Abholung für Menschen bereit, die nicht auf der "Sonnenseite des Lebens stehen", wie Swenja Ott, Betriebsleiterin des Lebensmittelpunktes, den beiden Jungunternehmern aus Vestenbergsgreuth, Anne Wedel-Klein und Martin A. Wedel erklärt. An die 500 Menschen nehmen regelmäßig das Angebot der sozialen Betriebsstätte der Laufer Mühle wahr und versorgen sich mit Gemüse, Obst, Brot, Wurstwaren und Milchprodukten.
Die beiden Betriebswirte mit Geschäftsleitungsaufgaben sind in den Lebensmittelpunkt gekommen, um nicht nur "für die vielen Ehrenamtlichen, die hier Tag für Tag freiwillig soziales Engagement leisten, etwas Gutes zu tun", wie Anne Wedel-Klein ausführt, sondern auch die "Sorgen und Nöte der Menschen wahrzunehmen, denen es in unserer Region nicht so gut geht", wie Martin A. Wedel ergänzt. Beide tragen in vierter Generation für den weltgrößten Kräuterteeproduzenten, das Familienunternehmen Martin Bauer Group mit Sitz in Vestenbergsgreuth, Mitverantwortung für 3500 Mitarbeiter an 20 Standorten rund um den Globus.


Verantwortlich für das Essen

Nun sind sie verantwortlich für das Mittagessen der 30 Ehrenamtlichen. Statt Computertastatur und -maus nehmen sie Messer und Schneidbretter in die Hand, um in Gemeinschaftsarbeit Möhren zu schälen, Salat zu putzen, Zwiebeln zu schneiden und Tomaten zu verkleinern. "Da die Laufer Mühle ja nach Din-Iso zertifiziert ist, halten wir uns freilich auch an die Qualitätsnormen", schmunzelt Martin Wedel und streut den geriebenen Käse über das gegarte Gemüse. Anne Wedel-Klein rührt derweil feine Salatsoßen an und ist freudig angetan von der Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen, die immer wieder nachfragen, ob zusätzliche Hilfe benötigt wird. Pünktlich zur Mittagszeit versammeln sich alle Ehrenamtlichen im provisorischen Speiseraum und warten auf die Koch- und Backergebnisse. "Es riecht sehr gut, aber ob es auch schmeckt?" wendet sich Anne Wedel-Klein an ihren Cousin Martin. Die Sorge ist unbegründet, nach 30 Minuten sind alle Töpfe und Schüsseln geleert und die Rückmeldungen durchaus positiv, obwohl es heute einmal kein Fleisch gab. "Also das Essen war mal was anderes" meint Peter, der nach getaner Arbeit einen "Mordshunger" hatte und in fränkischer Manier den beiden Köchen mit "passt einwandfrei" das höchste Lob ausspricht, das hier in der Region zu vergeben ist.
"Der Einsatz heute hat bei uns wirklich bleibende Eindrücke hinterlassen, weil wir gesehen haben, welche wichtigen Beiträge die Ehrenamtlichen hier im Lebensmittelpunkt für die vielen Bedürftigen in der Region leisten", fasst Martin Wedel seine Eindrücke zusammen und Ane Wedel-Klein spricht zum Abschied dankbar von einer "wichtigen Lebenserfahrung, die unser soziales Bewusstsein weiter geschärft hat". red