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Jedes Stück Natur erhalten


Autor: Redaktion

Himmelkron, Mittwoch, 22. Mai 2019

Zum Artikel "Himmelkron braucht das neue Gewerbegebiet" (BR vom 11. Mai) wird uns geschrieben: Hätte Frau Denk eine so einseitige Sicht auf die Thematik wie das Mitglied eines Wirtschaftsgremiums, wär...


Zum Artikel "Himmelkron braucht das neue Gewerbegebiet" (BR vom 11. Mai) wird uns geschrieben: Hätte Frau Denk eine so einseitige Sicht auf die Thematik wie das Mitglied eines Wirtschaftsgremiums, wäre sie sicher ganz Ihrer Meinung, Herr Friedrich. Übrigens ist sie zwar als Sprecherin der Bürgerinitiative verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, es gibt aber noch weitere rund 600 Mitglieder. Alle diese Menschen verbindet die Einsicht, dass im Hinblick auf Klimawandel, Artensterben und Flächenverbrauch die rein wirtschaftlichen Interessen einer Kommune zwar wichtig sind, aber nicht alleiniges Entscheidungskriterium sein können.

Jedes Stück Natur, jedes Stück Ackerland ist zu erhalten, zumal Himmelkron bereits über 2500 Arbeitsplätze verfügt. In Bayern soll noch in diesem Jahr die ökologischere Bewirtschaftung von Ackerland Gesetz werden. Dafür braucht es mehr Land, nicht weniger. Ebenso für den Artenschutz.

Und für vermietete Logistikhallen werden keine Gewerbesteuern gezahlt, betrifft 40 Prozent der Fläche. In Zahlen ausgedrückt sind das jährlich 250 000 Euro an Einnahmen, die der Gemeinde verloren gehen. Auch sonst wird der Investor mit Steuervermeidungsmodellen versuchen, möglichst viel selbst zu verdienen. Und hat man die Auswirkungen von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz bedacht? Wie viele Arbeitsplätze wird es dann noch geben im neuen Gewerbegebiet? Und wo nehmen wir die hochqualifizierten Fachkräfte her? Große Konzerne, die mehr zahlen als hier zu verdienen wäre, suchen deutschlandweit händeringend danach.

Wir können auch nicht erkennen, wie ein zusätzliches Gewerbegebiet die örtliche Wirtschaft vor einer Rezession schützen soll. Das Fazit wäre, dass noch mehr Industriebauten leer stehen und die Gemeinde finanziell belasten. Was den Verkehr betrifft: Wenn hier ein Gewerbegebiet entsteht, wird es mehr Verkehr geben mit mehr Lärm und Abgasen. Wo sich sonst Gewerbe ansiedeln würde, kann keiner vorhersagen. Würde es sich auf den 22 Hektar erschlossener Fläche in Thurnau ansiedeln, wären die B303 und die A9 nicht betroffen. Ach, und fragen Sie doch mal die Gössenreuther, wie sehr die sich ein zusätzliches Gewerbegebiet wünschen! Doreen Feig

Gössenreuth