Jeder Unfall ist genau einer zu viel
Autor: Rudolf Hein
Ebern, Mittwoch, 22. Mai 2019
Der ADAC macht in einer Ausstellung im Eberner Gymnasium auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam.
Das Friedrich-Rückert-Gymnasium in Ebern zeigt auf Initiative der Verkehrsbeauftragten Katja Hennig die ADAC-Ausstellung "Schatten - ich wollte doch leben!". Sechs mannshohe Schattenfiguren in der Aula erzählen die realen Schicksale von sechs jungen Menschen, die viel zu früh durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen wurden.
Wer sich bei einer Mathematikaufgabe verrechnet, kann von vorne beginnen und alles noch einmal rechnen. Wer sich im Straßenverkehr nur eine Sekunde lang falsch verhält, erhält unter Umständen nie mehr eine Chance, etwas zu verbessern oder ungeschehen zu machen.
396 Tote
Mit einem aktuellen Vergleich führte Thomas Dill, Vorstandsmitglied für Verkehr, Technik und Umwelt des ADAC Nordbayern, bei der Eröffnung der Ausstellung in eine erschreckende Thematik ein. "Ein ganzer Kinosaal voll junger Leute, 396 Menschen, alle in Ihrem Alter, kam im Jahr 2017 bei Verkehrsunfällen in Deutschland ums Leben, 62 Prozent davon durch eigenes Verschulden, zumeist durch unangepasste Fahrweise."
Dagegen will und muss der ADAC etwas tun, unter anderem durch diese Wanderausstellung, die seit 2012 unterwegs ist und schon von 91 000 Besuchern an 64 Schulen gesehen wurde.
Erster Polizeihauptkommissar Siegbert Weinkauf, Leiter der Polizeiinspektion in Ebern, wurde noch konkreter. Im Jahre 2018 gab es auf unterfränkischen Straßen 42 500 Unfälle, 60 Prozent davon mit reinem Sachschaden, den die Unfallteilnehmer als unangenehme Lebenserfahrung abbuchen konnten, bestenfalls als Anstoß, ihr Fahrverhalten zu reflektieren.
Zu schnell gefahren
Nicht folgenlos blieben die Unfälle für die 6108 Verletzten, von denen 62 unmittelbar am Unfallort verstarben, sechs von ihnen waren im Alter von 18 bis 24 Jahren. Die meisten Unfälle passierten am Wochenende, zu allermeist verursacht durch zu hohe Geschwindigkeit.