Die Jagdgenossenschaft Gädheim zahlt 75 Prozent der Kosten für den Feldwegebau und -unterhalt in der Gemarkung Gädheim, die Gemeinde die restlichen 25 Prozent. Hat die Jagdgenossenschaft daher auch das Recht auf 75 Prozent der Einnahmen, die die Gemeinde für sieben Feldwege im Gebiet der Windkraftanlagen erhält? Mit einem entsprechenden Antrag beschäftigte sich der Gemeinderat Gädheim in seiner Sitzung.
Der Jagdvorsteher Wolfgang Schuler erläuterte in der Sitzung den Sachverhalt. So hat sich der Jagdpachtschilling für die Gädheimer Jagd durch den Bau der Windräder von 1000 Euro auf 500 Euro pro Jahr reduziert. "Der Jagdpächter war nicht willens, auch weiterhin 1000 Euro zu zahlen, weil die Windräder die Jagd beinträchtigen", so Schuler. Da die Jagdpacht aber die einzigen Einnahmen der Jagdgenossenschaft seien, werde es künftig schwierig sein, allen anstehenden Bau- und Unterhaltsmaßnahmen nachzukommen. Der Jagdgenossenschaft sei früher versprochen worden, dass die Gemeinde den Ausfall ersetze. Doch geschehen sei nichts. Nun erhalte aber die Gemeinde für die sieben Feldwege, die von der Abstandsflächenübernahme der Windräder betroffen seien, insgesamt 7000 Euro pro Jahr von der Betreibergesellschaft. Daher beantrage die Jagdgenossenschaft 75 Prozent dieser Einnahmen, sagte Schuler.
Gemeinderat Udo Knauer war der Meinung, dass die Verringerung der Jagdpacht den Grundstückseigentümern geschuldet sei, die ihre Flächen für die Windräder zur Verfügung gestellt hätten und damit Einnahmen erzielten.
Bürgermeister Peter Kraus wiederum erklärte, dass Windkraftanlagen kein Grund seien, die Pacht zu reduzieren. Doch Gemeinderat Udo Sahlender bestätigte, dass Windräder die Jagd tatsächlich beeinträchtigten und auch der erhöhte Publikumsverkehr störend auf das Wild wirke. Da aber die Feldwege im Eigentum der Gemeinde seien, stünden ihr auch die Einnahmen zu, sagte er. Die Jagdgenossenschaft sollte sich mit der Betreibergesellschaft auseinandersetzen und über einen Ausgleich für die Pachtminderung verhandeln, so riet Sahlender.
"Das wird nichts bringen, da die Gesellschaft ja schon Prämien bezahlt", meinte Gemeinderat Klaus Sterlings.
Diskutiert wurde auch, die Kosten für den Feldwegebau und -unterhalt anders aufzuteilen, so dass beispielsweise die Jagdgenossenschaft nur noch 50 Prozent der Kosten übernehmen müsste. Betont wurde aber auch, dass dies dann für alle drei Jagdgenossenschaften im Gemeindegebiet gelten müsste.
Letztendlich wurde der Tagesordnungspunkt vertagt, weil Bürgermeister Peter Kraus erst den Vertrag mit der Betreibergesellschaft prüfen und einen Vorschlag ausarbeiten möchte.