Die Vorstände des Jägervereins Bad Kissingen haben sich zum neuen Jagdjahr virtuell zusammengesetzt, um sich über aktuelle Themen auszutauschen und über verschiedene Ereignisse zu berichten.

Die Menschen achten auf Abstand - auch schon vor Corona. Manche Menschen kommen beim Spaziergang vom Weg ab, um möglichst alleine zu sein, sie wollen alleine die Natur genießen.

Gerade im Moment beginnen viele Vögel die Nester herzurichten, um ihren zu erwartenden Nachwuchs weich und sicher zu betten. Die Feldhasen setzen ihren Nachwuchs und auch die Rehe bringen ihre Kitze zur Welt - an Wald- und Wiesenrändern. Sie benötigen Ruhe, um zu wachsen.

Für diese Tiere ist es wichtig, dass Hundehalter bestehende Wege nutzen und ihre Lieblinge in ihrer Nähe bzw. abrufbar halten. Gerade das Aufstöbern und Hetzen von trächtigen Geißen kann Fehlgeburten auslösen.

In diesem Jahr gab es bereits 11 400 Wildunfälle in Bayern. Gerade in der Dämmerung wird das heimische Wild aktiv und Rehböcke sind auf der Suche nach einem eigenen Revier. Die Situation des Wildwechsels in der Dämmerung wird sich bis zur Paarungszeit des Rehwilds im Juli/ August noch verschärfen. Aktuell finden Territorialkämpfe unter den Rehböcken statt, um sich ein eigenes Revier zu sichern. Gerade in dieser Zeit und in der Rehbrunft kommt es dann zu Querungen der Straßen.

Die Jäger bitten daher um erhöhte Vorsicht bei Fahrten in der Dämmerung, um durch angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Steuern der Fahrzeuge diese, meist tödlichen, Kollisionen zu verhindern. Wenn das Reh nur angefahren wurde wird der Jagdpächter verständigt, um die Nachsuche mit einem ausgebildeten Jagdhund durchzuführen. Hier schaut der Jäger nach dem angefahrenen Tier, um es, wenn nötig, vom Leiden zu erlösen.

Immer wieder sind aktuell Felder mit verblühten Sonnenblumen und anderen Wildpflanzen zu sehen. Dies sind die Wildäcker und dienen als Äsungs- und Deckungsflächen für das Niederwild.

Ziel von Jagd und Hege ist die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen. Gerade aktuell arbeiten Jäger und Landwirte miteinander zusammen, um die Kitze vor dem Einsatz von Mäh- und Mulchfahrzeugen zu retten.

Ebenso gibt es Förderprogramme für die Anlage von Wildäckern. Weitere Informationen finden Interessenten unter www.jagd-badkissingen.de

Der Bayerischer Jagdverband ist ein anerkannter Naturschutzverband. Über die nach dem Jagdgesetz vorgeschriebene Verpflichtung zur Hege setzt sich die Jägerschaft für alle im Jagdgesetz behandelten Tierarten und die Sicherung ihrer Lebensräume ein. Davon profitierten immer die gesamten Lebensraumgemeinschaften und natürlich auch die Tier- und Pflanzenarten weit über die Liste der jagdbaren Arten hinaus. Damit leisten die Jäger einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der bayerischen Artenvielfalt. Dieser Auftrag der Hege betrifft ebenso jene Arten, die nach dem Gesetz ganzjährig geschont sind.

Die verendeten Rotmilane, von denen bereits berichtet wurde, wurden eingeschickt und werden derzeit noch untersucht, da die Todesursache aktuell noch nicht geklärt werden konnte. In Bezug auf die Afrikanische Schweinepest sind die Jäger weiterhin engagiert und die rund 1000 nachgewiesenen Fälle beschränken sich aktuell auf die Bundesländer Sachsen und Brandenburg.

Der Schießstand "Hubertus" am Wittelsbacher Turm eröffnet in den nächsten Tagen, wenn die Inzidenzzahlen stabil unter 100 bleiben. Informationen gibt es auf der Homepage. Die Hubertusmesse wird alljährlich zu Ehren Gottes und zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus von Lüttich, am 3. November, dem Hubertustag, abgehalten. Zudem gibt es bereits Planungen einen virtuellen Stammtisch anzubieten, falls die Inzidenzwerte einen persönlichen Kontakt nicht zulassen. red