Illegale Blasrohr-Jagd auf Tauben
Autor: Winter
Coburg, Mittwoch, 17. März 2021
Erneut hat ein Anwohner am Gustav-Hirschfeld-Ring einen spitzen Metallpfeil in seinem Garten gefunden. Auch auf Tauben hat es ein unbekannter Schütze abgesehen.
In der Nähe des Coburger Klinikums treibt ein Taubenhasser und Tierquäler sein Unwesen. Wieder fand jetzt ein Mann auf seinem Grundstück einen etwa acht Zentimeter langen Metallpfeil, der mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Blasrohr verschossen wurde.
Es war am Dreikönigstag, am 6. Januar, als der Besitzer eines Hauses am Gustav-Hirschfeld-Ring die dünne scharfe Metallspitze in seinem Garten fand. "Ich hatte den Weg im Garten gekehrt, drehe mich um, und dann lag der Pfeil da", erzählt der Mann. Der Pfeil müsse kurz vorher abgeschossen worden sein, "denn sonst hätte ich das Ding ja mit aufgekehrt". Auch fällt der blaue oder grüne Kunststofffuß des Pfeiles auf.
Geschoss im Planschbecken
In den zurückliegenden Monaten gingen immer wieder solche Pfeile auf dem Grundstück nieder. Besonders schlimm: "Im letzten Jahr war eine Taube getroffen worden, die zur Vogeltränke gekommen war." Mit einem Netz fing der Coburger das Tier und "fummelte den Pfeil dann aus dem Flügel 'raus". Ein anderes Geschoss steckte im letzten Herbst in der Abdeckung des Planschbeckens für die Enkel. "Das ist ist nicht ungefährlich und kein Spaß mehr", ist der Hausbesitzer überzeugt. "Mir tun die Tauben leid. So was macht man doch nicht!"
Im Netz verheddert
In der Vergangenheit beobachtete der Coburger eine Taube in seinem Garten, die "hatte sich mit den Beinen in einem Stück Netz verfangen". Möglicherweise sei das kein Missgeschick des Tieres gewesen.
Den ersten Pfeil hatte der Anwohner vor etwa einem Jahr gefunden und bei der Polizei abgegeben, aber ohne die Hilfe von "Kommissar Zufall" wird der Schütze wohl kaum festgestellt werden können.
Kein Kinderspielzeug
Bei Online-Händlern wird die Reichweite eines entsprechenden Blasrohres mit etwa 20 Metern angegeben. Dort fehlen Sicherheits- und Verhaltensregeln nicht. So seien Sportblasrohre kein Kinderspielzeug und die scharfen Darts (Pfeile) könnten Mensch und Tier gefährlich werden. Daher müsse bei diesem Sport hinter den Zielscheiben ein abgesperrter Bereich ausgewiesen sein. Auf Mensch oder Tier zu zielen oder gar zu schießen verbiete sich von selbst.
Kai Holland vom Coburger Ordnungsamt erklärte auf Anfrage, derartige Blasrohre fielen nicht unter das Waffengesetz und seien frei verkäuflich, ebenso die Geschosse. Sobald auf Tiere geschossen werde, handle es sich zweifelsfrei um einen ernsten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Beim einschlägigen Handel ist zu erfahren, dass Blasrohre, auch Blowguns genannt, in Deutschland ohne weiteres gekauft werden können. In England sind sie seit 1988 verboten, ebenso gilt das in Irland, Australien, Kanada und einigen US- Staaten.
Der Anwohner am sogenannten Krankenhausberg geht nach dem letzten Fund mit einem anderen Blick durch den Garten.