Viele Hotels und Gaststätten im Kreis Kulmbach sind derzeit dringend auf neues Personal angewiesen - und könnten dabei auch Geflüchteten aus der Ukraine eine Job-Perspektive bieten. "Vorausgesetzt, die Bezahlung stimmt. Denn wer vor dem Krieg flieht und bei uns Schutz sucht, darf nicht ausgenutzt werden. Viele suchen bereits nach Arbeit", sagt Michael Grundl von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Der Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken verweist auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Danach zählte das Gastgewerbe im Landkreis im April 96 offene Stellen - 75 mehr als noch vor einem Jahr.

"Das ist auch eine Chance für die Gastronomen und Wirte, die faire Bedingungen bieten", so Grundl. "Die Branche ist ideal für den Quereinstieg: Von der Küche bis zum Service - hier haben auch Beschäftigte ohne Berufsausbildung gute Chancen."

Der Gewerkschafter verweist darauf, dass sich die Bezahlung im heimischen Gastgewerbe zuletzt deutlich verbessert habe. Nach dem aktuellen Tarifvertrag, den die NGG mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ausgehandelt hat, liegt der Einstiegsverdienst in der Branche in Bayern seit April bei zwölf Euro pro Stunde - weit mehr als bislang. Fachkräfte kommen auf einen Stundenlohn von mindestens 14,27 Euro.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe habe das Zeug dazu, ein "Integrationsmotor" zu werden. Diese Chance solle die Branche nutzen. red