Bei einem Tanz in Bamberg im Jahre 1951 sei ihm die hübsche Auguste direkt aufgefallen, erinnert sich Joseph Stärk. "Ich habe sie zum Tanz aufgefordert und anschließend meine letzten Pfennige ausgegeben, um sie ausführen zu können." Aus den ersten Treffen entwickelte sich eine langjährige Liebesbeziehung, die mit der standesamtlichen und kirchlichen Hochzeit in der Martinskirche am 25. Januar 1958 gekrönt wurde. Nun feierten sie nach 60 Jahren Ehe ihre Diamantene Hochzeit.
Die 81-jährige Auguste Stärk, geborene Ullmann, verdiente in jungen Jahren ihr Geld als Facharbeiterin für das ehemalige Volksblatt in der Langen Straße und anschließend beim Meisenbach-Verlag in Bamberg. Nach der Geburt des ersten von insgesamt drei Kindern beschloss sie, sich zu Hause voll und ganz um die Erziehung des Nachwuchses zu kümmern und dafür zu sorgen, dass ihr Mann nach einem langen Arbeitstag immer ein warmes Essen auf dem Tisch hatte. Ihr gleichaltriger Ehemann Joseph war bereits von seinem 20. Lebensjahr an als Berufskraftfahrer im Straßenbau viel unterwegs. In seiner Freizeit war der gebürtige Bamberger leidenschaftlicher Fußballspieler in Gaustadt; später blieb er dem Verein als Schiedsrichter erhalten. Auguste Stärk erinnert sich noch sehr genau an diese Zeit: "Jeden Samstag war ich mit den Kindern beim Fußball. Wir sind ihm auch bei den Auswärtsspielen hinterhergereist." Aber nicht nur als Fußballspieler machte sich Joseph Stärk im Bamberger Stadtteil einen Namen: 1974 hat er den auch heute noch existierenden Kleingartenverein Gaustadt mitbegründet; im letzten Jahr wurde er dort zum Ehrenmitglied ernannt.
Auch seine Frau hat sich unter anderem bei Hüttendiensten im Verein engagiert und "war immer so lange da, bis auch der Letzte aus der Wirtschaft raus ist". Joseph Stärk blickt heute noch sehr glücklich auf diese Zeit zurück: "Was mir besonders wichtig war: Ich war all die Jahre immer draußen an der frischen Luft gewesen."
Zu den Gratulanten zählte auch der Dritte Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD). Er beglückwünschte das Jubelpaar im Namen der Stadt zum Ehejubiläum und überreichte neben zwei Flaschen Wein auch Blumen.