Hygiene ist wichtiger denn je
Autor: Cindy Dötschel
Kronach, Mittwoch, 01. April 2020
Nicht nur Krankenpfleger, sondern auch Sanitäter und Arzthelfer arbeiten derzeit unter erschwerten Bedingungen. So hat sich ihr Alltag mit den steigenden Corona-Fällen in Deutschland verändert.
Mit der steigenden Anzahl an Corona-Fällen in Deutschland, hat sich auch der Alltag in der Helios-Frankenwaldklinik verändert. Im Interview mit dem Fränkischen Tag berichten die Krankenpflegerinnen Maria Hofmann, Leiterin der Station 4 (Intensiv- und Notfallmedizin), sowie Petra Daum, pflegerische Leiterin der Station 7, auf der sich auch die neu eingerichtete Isolierstation befindet, wie sich ihre tägliche Arbeit verändert hat. Was hat sich seit dem Ausbruch des Corona-Virus an Ihrer täglichen Arbeit gewandelt? Maria Hofmann: Es gibt täglich neue Informationen, und wir wollen natürlich auf dem Laufenden bleiben. Viel Organisationsarbeit steht auf dem Plan, um neue Strukturen und Prozesse für die Pflege von Covid-19-infizierten Patienten zu entwickeln und einzuführen. Wir führen auch viele Mitarbeitergespräche, um fortzubilden, aber auch um die Angst zu nehmen. Und mit unserer Hygieneabteilung arbeiten wir im Moment sogar noch enger zusammen als sonst schon. Gibt es strengere Sicherheitsvorkehrungen? Maria Hofmann: Die Klinik arbeitet nach den Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Gerade zum Corona-Virus gibt es auch eigene, strikte Vorschriften. Petra Daum: Es kommen täglich Neuigkeiten, die von den Hygienefachkräften an die Stationen weitergegeben werden. Hier werden auch aktuelle Fragen besprochen und geklärt. Maria Hofmann: Wir sind jeden Tag mit Erregern konfrontiert, nicht nur Corona, und halten die Hygienevorschriften konsequent ein, um eine Übertragung zu vermeiden. Patientensicherheit und eigene Sicherheit stehen an oberster Stelle. Das ist auch im Normalbetrieb so. Aber seit Corona sind wir alle ganz besonders aufmerksam, weil es ein neues Virus ist. Wir haben in den letzten Wochen täglich zur Hygiene geschult und schulen weiter, um Sicherheit zu gewährleisten. Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit auf Station 7 von der auf der Isolierstation? Petra Daum: Im Normalfall läuft der komplette Aufnahmeprozess in unserer Patientenaufnahme ab. Bei Patienten, die isoliert werden müssen, ist das anders. Sie werden direkt auf Station gebracht und von der Pflegekraft und dem Stationsarzt aufgenommen. Darunter fallen unter anderem auch EKG, Blutentnahme, Abstriche. Das ist natürlich aufwendig und kostet Zeit, aber der Schutz geht vor. Alle Tätigkeiten auf der Isolierstation werden in Schutzkleidung verrichtet. Das An- und Ablegen verlangt Übung und geht am besten zu zweit, aber nur so ist der Schutz gegeben. Für die Normalstation reicht ein weniger aufwendiger Schutz, womit alles auch etwas leichter von der Hand geht.Wir sprechen außerdem vermehrt mit Mitarbeitern, Angehörigen und Patienten, um ihnen die Angst vor Corona zu nehmen. Haben Sie ein mulmiges Gefühl bei der Arbeit? Insbesondere auf der Isolierstation?
Petra Daum: Natürlich hatten wir ein mulmiges Gefühl durch die völlig neu aufgetretene Situation, gerade am Anfang, als es darum ging, den Isolationsbereich zu schaffen. Dazu kamen die Informationen der Medien. Wir haben gemerkt, da verändert sich was.
Maria Hofmann: Auf der Intensivstation sind wir schon angespannt, was kommen wird, wenn man die Bilder im Fernsehen täglich sieht. Seit Wochen haben wir uns überlegt: Wie schaffen wir das personell? Sind wir ausreichend ausgerüstet? Was muss noch bedacht werden? Wir sind vorbereitet, aber ganz wird man die Unsicherheit nie los. Wichtig, damit es funktioniert, ist vor allem eine gute Teamarbeit zwischen Pflege und Ärzten.
Machen Sie sich Sorgen, das Virus zu übertragen? Auch auf Angehörige zu Hause? Oder sich selbst anzustecken?
Maria Hofmann: Wir wissen, wie das Virus übertragen wird, und sorgen vor - trotzdem bleibt eine Sorge um die Liebsten.
Wie ist die Stimmung bei den Patienten? Haben sie in Anbetracht der aktuellen Situation mehr Angst vor dem Krankenhaus?
Petra Daum: Die Stimmung ist unterschiedlich. Einige Patienten haben Angst, durch die Berichterstattung aus Radio und Fernsehen. Sie hören unter anderem von schweren Krankheitsverläufen und Aufenthalten auf der Intensivstation mit Beatmungsgeräten. Die meisten Patienten sind aber einfach froh, dass ihnen geholfen wird, und sind dadurch etwas beruhigter. Die Fragen stellte Cindy Dötschel