"Mehr als ein Jahr befindet sich die ganze Welt nun schon im Klammergriff des Corona-Virus - nach dieser langen Zeit ist die Welt eine andere. Auch für die Sparkassen war das Jahr 2020 nicht vergleichbar mit anderen Jahren. Trotz allem sind die unterfränkischen Sparkassen wirtschaftlich robust durch das vergangene Jahr gekommen", stellte Jürgen Schäfer, Obmann des Sparkassen-Bezirksverbandes Unterfranken, auf der Mitgliederversammlung fest. Dies schlägt sich in einer deutlich gewachsenen Bilanzsumme, per 31.12.2020 kumuliert 25,6 Milliarden Euro (+8,9 Prozent) und einem, für die Umstände zufriedenstellenden Jahresergebnis von 13,1 Millionen Euro nieder. "Neben den Auswirkungen der Pandemie belasten nach wie vor die negativen Marktzinsen die Sparkassen spürbar."

2020 sei für die Sparkassen ein Jahr der Hilfe in der Krise gewesen. Sie haben mit zusätzlichen Krediten und Aussetzungen von vereinbarten Kreditzahlungen dort geholfen, wo sehr plötzlich wirtschaftliche Einbrüche aufgetreten sind und staatliche Hilfen nicht oder noch nicht erreichbar waren. Ab März suchten Unternehmer sehr stark den Kontakt zu ihren Hausbanken - Lösungen in Form von neuen Krediten waren gefordert.

Die vielen Förderdarlehen, die im Rahmen der Corona-Hilfen vermittelt wurden, schlagen sich in den Bilanzen der unterfränkischen Sparkassen nieder. Aber auch andere Finanzierungsformen verzeichneten im Jahresverlauf ein starkes Wachstum. In der Summe erhöhte sich der Gesamtbestand der Ausleihungen um 218 Millionen Euro auf 15,2 Milliarden Euro. Insgesamt zahlten die unterfränkischen Sparkassen 3,5 Milliarden Euro neue Kredite an Bürger in der Region aus.

Die Kunden haben den unterfränkischen Sparkassen 2020 neue Einlagen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro anvertraut - trotz niedriger Zinsen. Dieses Plus von 7,4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 20,2 Milliarden Euro ist ein Ausdruck enormen Vertrauens. "Dieser Vertrauensbeweis freut uns sehr. Allerdings sorgen die Einlagenzuflüsse in der aktuellen Zinssituation für große betriebswirtschaftliche Herausforderungen bei den Sparkassen", so Bezirksobmann Schäfer. "Das aktuelle Marktumfeld führt zu der skurrilen Situation, dass herkömmliche Spareinlagen sowohl bei Kunden als auch Sparkassen zu realen Wertverlusten führen. Das ist die Folge der anhaltenden Geldpolitik." Mit ihren Kunden machen sich die Sparkassen auf die Suche nach Anlagealternativen. Insbesondere das Wertpapiersparen erfreut sich dabei zunehmender Beliebtheit.

"Corona wird irgendwann gehen, die Niedrigst- oder sogar Negativzinsen aber bleiben. Die Rückgänge beim Zinsüberschuss werden deshalb auch in den kommenden Jahren anhalten. Die Sparkassen steuern schon bisher dieser Entwicklung entgegen und müssen das auch in Zukunft tun", so Landrat Thomas Bold, Vorsitzender des Bezirksverbandes der unterfränkischen Sparkassen. "Unter dem Strich kann man für 2020 festhalten, dass die unterfränkischen Sparkassen im Kundengeschäft große Erfolge erzielt haben. Leider bleibt aufgrund der negativen Marktzinsen davon immer weniger übrig. Dies zeigt sich im rückläufigen Jahresergebnis von 13,1 Millionen Euro - ein Rückgang von 9,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr". red