Herzogenaurach Wie haben sich meine Eltern oder Großeltern in der Zeit der NS-Diktatur verhalten? Diese Frage stellen sich in den letzten Jahren viele Deutsche. Nachdem in den USA ein Archiv mit Unterlagen zu dieser Zeit geöffnet wurde hat, das Interesse noch zugenommen.
Auch Hans Schmid hinterfragt den späteren Umgang mit den zwölf Jahren des Nationalsozialismus’, sowohl durch die Täter als auch die Opfer. Exemplarisch geht er dieser Frage anhand der Geschichte seiner Eltern Fanny und Adolf nach und wirft einen Blick hinter „Die Mauer des Schweigens“.
Nun hat er seine Nachforschungen und Fragen in einem Buch mit dem Titel „Eine dünne Schicht. Erinnerung als Auftrag zusammengefasst.
In seiner Einleitung schreibt er: „Ich bin im Oktober 1952 geboren, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Heute weiß ich, dass sieben Jahre eine sehr kurze Zeitspanne sind, eine dünne Schicht zwischen ,früher’ und ,heute’.“
Zugleich reflektiert er auch seine eigene Jugend, die eigenen Erinnerungen an seine frühe Kindheit, die Kaugummis der US-Soldaten für die Kinder, aber auch das Sammeln von Relikten der NS-Zeit, Waffen und Granaten, aber auch Stahlhelme, die zu Jaucheschöpfern umgearbeitet wurden.
Ihm stellt sich auch die Frage, wie ihn als Nachgeborenen die Zeit des Nationalsozialismus mit Krieg und Massenmord in seine Kindheit beeinflusst hat. Vielleicht hat er gerade wegen der Erfahrungen seiner Eltern und Großeltern in dieser Zeit mit seinen Geschwistern eine behütete Kindheit genossen.