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Wein, Abschiede und ein Rekordhaushalt


Autor: Gerd Ankermann

Heßdorf, Dienstag, 28. April 2026

Von links: Markus Ort, Stefan Nendel, Bürgermeister Axel Gotthardt, Bernd Bayer, Jürgen Wölfel, Manfred Bäreis und Stefan Martin. Es fehlt: Alexander Fuchs.


Im Heßdorfer Gemeinderat wurden sieben Räte verabschiedet. Sie werden dem Gremium in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr angehören. Der Bürgermeister fand lobende Worte für das Engagement und die Zusammenarbeit.

Spitzenreiter Manfred Bäreis war 18 Jahre lang im Gemeinderat , davon sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister . Gefolgt von Stefan Martin mit 13 Jahren. Markus Ort gehörte dem Gremium neun Jahre lang an, Stefan Nendel, Jürgen Wölfel und Alexander Fuchs je sechs. Bernd Bayer brachte es auf zwei Jahre, davon ein Jahr als Dritter Bürgermeister . Sie alle erhielten von Bürgermeister Axel Gotthardt eine gerahmte Urkunde und ein Weinpräsent für die ehrenamtliche Tätigkeit.

In seiner Rede erinnerte Gotthardt an den ehemaligen Gemeinderat Hans Ort, der 2021 unerwartet verstorben ist. Altbürgermeister Horst Rehder ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und engagiert sich als Seniorenbeauftragter weiterhin für die Gemeinde.

Die vergangene Wahlperiode war anfangs noch geprägt von den Corona-Einschränkungen. Glasfaserausbau, neues Feuerwehrhaus und die Bewerbung für das Gymnasium waren wichtige Meilensteine. Der Kindergartenneubau wurde gestoppt, ein anderer Planer wurde beauftragt und damit konnten Kosten gesenkt werden. Geförderter Wohnungsbau in Heßdorf-Süd wurde realisiert, aber die Wohnungen konnten noch nicht bezogen werden. Hier ist aktuell die Bayernheim gefordert, bis zur Schlüsselübergabe die Zuweisung zu realisieren. Auch die anstehende Kanalsanierung als wichtiges Infrastrukturprojekt hat der Gemeinderat beschlossen und gemeinsam getragen.

„Zum Besten der Heßdorfer Bürger“ wurden in einem angenehmen Klima die Entscheidungen getroffen, meinte Gotthardt und bedankte sich für die Zusammenarbeit bei den ausscheidenden Gemeinderäten .

Kämmerin Silke Lang hatte den Haushaltsplan mit der Haushaltssatzung sowie den Finanzplan mit dem Investitionsplan 2026 vorbereitet. Bürgermeister Gotthardt fasste das Zahlenwerk zusammen.

Der Rekordhaushalt hat ein Volumen von 23 Millionen Euro . Davon entfallen rund 10 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 13 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 8 Millionen Euro betrifft den Vermögenshaushalt. Der Grundstückserwerb für das Gymnasium und die Kosten für die Kanalsanierung stellen hier die größten Posten dar.

Im Verwaltungshaushalt sind auf der Einnahmenseite Zuwächse beim Anteil an der Einkommensteuer zu verzeichnen, im gleichen Maße gehen die Einnahmen bei der Gewerbesteuer zurück. Das ist auf aktuelle Entwicklungen bei zwei Unternehmen zurückzuführen.

Der Haushalt ist vorsichtig kalkuliert, eine erneute Kreditaufnahme nicht erforderlich. Steigende Personalkosten und erhöhte Ausgaben für die Mittelschule Herzogenaurach werden, zusammen mit der steigenden Kreisumlage, auch die Gemeinde Heßdorf in der Zukunft beschäftigen.

Eine weitere Schuldenaufnahme ist nicht erforderlich. Der ursprüngliche Schuldenstand konnte durch Tilgungsleistungen von 9,13 auf 6 Millionen Euro gesenkt werden. Planmäßig ist die Gemeinde im Jahr 2039 schuldenfrei. Die Gemeinderäte Thomas Külle und Bernd Bayer berichteten aus dem Haushaltsausschuss und bestätigten den soliden Haushalt. Die Gemeinde profitiert von den niedrigen Zinsen, die damals für die Kredite gesichert werden konnten. Die Einnahmesituation ist weiter im Blick zu behalten, meinte Külle. Bayer konnte keine Beanstandungen beim Haushaltsentwurf feststellen.