In der jüngsten Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzausschusses sorgte insbesondere der Bau eines Löschwasserbehälters auf dem Gelände der Kläranlage für eine längere Diskussion . Wie Bürgermeister German Hacker und Christian Bendler vom Bauamt erläuterten, wurde bei einer Begehung von der Feuerwehr bemängelt, dass die erforderliche Sicherstellung der Löschwasserbereitstellung für die Kläranlage nicht gewährleistet sei.

Der Frischwasseranschluss (DN 50) sei, so die Feuerwehr , nicht ausreichend dimensioniert und könne aufgrund der langen Leitung und der damit auftretenden Legionellenproblematik nicht vergrößert werden. Auch die dortigen Brauchwasserbrunnen können laut Feuerwehr den erforderlichen Bedarf nicht abdecken. Die Lösung, das Wasser aus den Nachklärbecken zu entnehmen, wurde den Angaben zufolge seitens der Feuerwehr ebenfalls abgelehnt (unzureichende Anfahrt und eventuell Schmutzteile im Wasser).

Als einzige Möglichkeit stellt sich der Bau eines Löschwasserbehälters im Eingangsbereich der Kläranlage heraus. Diese Variante gestaltet sich aufgrund der vorhandenen Überlandleitung (Sicherheitsabstände müssen auch beim Bau eingehalten werden) schwierig, aber machbar. Deshalb wurde entschieden, einen unterirdischen Löschwasserbehälter mit den Abmessungen 15 mal sechs Meter zu errichten.

„Das ist schon erstaunlich, dass ein Löschwasserbehälter für viel Geld gebaut werden soll, dazu noch unterirdisch, wo doch in einer Kläranlage genügend Wasser vorhanden ist“, kritisierte SPD-Stadtrat Holger Auernheimer. Dazu erläuterte Christian Bendler, dass es, wenn es im vorderen Bereich der Kläranlage zu einem Brandfall kommt, schwierig sei, mit den Löschfahrzeugen den hinteren Teil anzufahren. Rette Müller-Schimmel würde sich einen naturnahen Löschteich wünschen. Den Vorschlag wiesen Bendler und der Bürgermeister wegen des Pflegeaufwandes zurück.

Gegen die Stimme von Müller-Schimmel wurde der Beschlussvorschlag zum Bau eines unterirdischen Löschwasserbehälters mit Kosten von über 450 000 Euro angenommen. Das Angebot der Firma Raab aus Ebensfeld liege exakt im Bereich der vorliegenden Kostenberechnung , erklärte der Bürgermeister.

Mehr als 100 000 Euro sind auch für einen Netzanschluss am Mischwasserentlastungsbauwerk RÜB 10 (Regenüberlaufbecken) in Beutelsdorf notwendig. Die Herzo Werke GmbH wird mit der Erstellung des neuen Netzanschlusses in Höhe von rund 116 000 Euro beauftragt. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die notwendige neue Anschlussleitung hat eine Länge von etwa 320 Metern.