Kita-Zuschuss entfällt zum Januar
Autor: Andreas Dorsch
, Donnerstag, 01. Oktober 2026
Wer Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Höchstadter Kindertageseinrichtungen hat, muss ab Januar 2027 wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dann entfällt der direkte Zuschuss des Freistaats Bayern in Höhe von 100 Euro pro Kind im Monat. Für die Eltern bedeutet das, dass sie die in den Satzungen der einzelnen Kindergärten festgelegten Gebühren voll bezahlen müssen.
Um diese Mehrkosten für die Eltern wenigstens teilweise abzufangen, beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, die in Höchstadt geltende Ermäßigung für Geschwisterkinder von derzeit 20 auf 50 Euro zu erhöhen. Die vom Staat bisher bezahlten 100 Euro pro Kind bleiben aber im System und fließen künftig als Betriebskostenförderung direkt an die Träger. Das sind neben der Stadt auch die katholische und die evangelische Kirche.
Ob Eltern wirklich mehr bezahlen müssen, entscheiden die Kommunen und Kindergartenträger vor Ort. Theoretisch könnten die Träger im Gegenzug für die 100 Euro Mehreinnahmen pro Kind auch die Gebühren senken. Über die Auswirkungen der geänderten Zuschussrichtlinie wurde im Stadtrat heftig diskutiert. Bei zwei Kindern seien da 200 Euro im Monat ein Batzen Geld, meinte Regina Enz ( CSU ). Viele Eltern würden sich da überlegen, ob sie sich den Kindergarten noch leisten können. Enz und auch Sven Berwein (JL) forderten, die Stadt sollte den Eltern weiter entgegenkommen als nur die Geschwisterermäßigung zu erhöhen.
Solchen Überlegungen erteilte Bürgermeister Alexander Schulz ( CSU ) sofort eine Absage. Eigentlich hätte die Stadt mit allen anderen Trägern die Gebühren anheben müssen, meinte Schulz. Höchstadt hat eine Abmachung mit den Kindergärten , wonach die Stadt deren Betriebskostendefizit ausgleicht. „Wir können dieses Defizit nicht noch höher werden lassen“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die klammen Finanzen. So hat Höchstadt im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Euro für den Ausgleich der Kindergarten-Defizite ausgegeben.
Mit dem Wunsch an die Verwaltung, die Defizite der Kindergärten aufzuarbeiten und dann noch einmal zu schauen, ob man den Eltern entgegenkommen könnte, beließ es der Stadtrat bei der Erhöhung der Geschwisterzulage. Vor dem Hintergrund weiter steigender Personalausgaben und anderer Kosten machte Schulz allerdings wenig Hoffnung. Dafür betonte er, „dass Höchstadt im weiten Umkreis die günstigsten Kindergartengebühren hat“.