Druckartikel: Keller als „fünftes Element“

Keller als „fünftes Element“


Autor: Fränkischer Tag

, Donnerstag, 08. Oktober 2026

Kreisräte beschäftigen sich mit dem Antrag, Erlangen-Höchstadt zur Tourismusregion zu machen
Brotzeit, Bier und im Hintergrund die Adelsdorfer Musikanten xxxJohanna Blum/Archiv


Der Landkreis Erlangen-Höchstadt soll Tourismusregion werden. Für dieses Ziel hatten die Freien Wähler um Fraktionssprecher Karsten Fischkal Ende August einen Antrag gestellt. Kern des Konzepts der Kreistagsfraktion ist die gezielte Vermarktung der Region, die durch vier „Ks“ – Karpfen, Kräuter, Kren und Kirschen – besonders geprägt sei (wir berichteten).

Antrag zurückgezogen

Jetzt hat die Fraktion ihren Antrag jedoch zurückgezogen, die Freien Wähler möchten erst zwanglos geeignete Ideen sondieren.

Eigentlich hatte die Fraktion die klassische Arbeitsgruppe geplant: Kreisräte , die die vielen Angebote und Engagierten vernetzen und stärken. Die jeweiligen Aktivitäten der Vereine und Organisationen, Unternehmen und Kommunen sollten als Symbiose verknüpft werden, sodass dann „aus vielen guten Einzelangeboten ein gemeinsames touristisches Angebot

für den gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt“ entstehen würde.

Als Ergänzung für die schon bestehenden Aktivitäten möchte man den Landkreis als Teil der bayerischen Tourismusstrukturen professionell etablieren.

Für den Kreisausschuss hatten die Freien Wähler beantragt, dass als Instanz für die Umsetzung der neuen Tourismusregion engagierte Kreisrätinnen und Kreisräte die schlagkräftige Arbeitsgruppe bilden sollten, die das Konzept entwickeln sollten.

Mit Hilfe der Profis der Wirtschaftsförderung des Landkreises sowie professioneller Fachberater wolle man die „4 Ks“ und noch vieles mehr präsentieren und so den Bekanntheitsgrad der Region verbessern. Die Fraktion hatte für dieses Projekt auch die jeweiligen Haushaltsmittel als Teil des Antrages gefordert.

Doch war die jüngste Sitzung des Kreisausschusses genau jene, in der den Räten die gegenwärtigen desaströsen Daten des Kommunalen Finanzausgleichs für das Jahr 2027 präsentiert wurden. Gerade deswegen hatten sowohl Landrat Alexander Tritthart als auch die Kreisräte bekräftigt, dass sie jedes Sparpotenzial nutzen müssten. Das Geld, das für die Entwicklung der künftigen Tourismusregion gefordert sei, könne und wolle man jetzt nicht zahlen.

Teilweise sei das sogar unnötig: Rund ums Regionalmanagement hatte etwa German Hacker angeführt, dass die meisten geforderten Daten sowie die als digitale Info für Interessenten verfügbare Apps doch schon längst da seien. Man müsse das bloß nutzen, so Hacker .

Landrat Tritthart fügte ergänzend an, dass für Arbeitsgruppen wie die jetzt geforderte auch Kosten wie das klassische Sitzungsgeld für die teilnehmenden Räte entstünden. Außerdem hatte auch er wie German Hacker die schon verfügbaren Tools und Maßnahmen für die Region angemerkt, die es bereits gebe, etwa die Leistungen des Tourismusverbands Frankens, den Regnitzradweg sowie die „Lieblingsorte“-Broschüre, die speziell für die Direktvermarkter der Region entwickelte Broschüre oder den Landkreisreiseführer, der jetzt erstellt würde.

Niederschwellige Optionen

Die triftigen Gründe überzeugten auch Karsten Fischkal sowie die Freien Wähler , die als Folge den gestellten Förderantrag wieder zurückzogen und statt der Arbeitsgruppe das Projekt jetzt durch niederschwellige Zusammenkünfte weitertreiben wollen.

Manfred Bachmayer regte außerdem an, dass die Mitglieder die „4 Ks“ als Symbole für die Tourismusregion Erlangen-Höchstadt durch ein fünftes „K“ ergänzen sollten: für die Keller.