Bei herbstlichem Wetter konnte auch in diesem Jahr die Kirchweih in Haundorf begangen werden. Vor allem das Baumaufstellen am Samstag lockte Schaulustige an. Für die Organisation der 25 Ortsburschen und -mädchen ist Oberortsbursche Florian Wein zuständig.

Am Scheuneneck der „Blauen Traube“ findet der Baum alljährlich seinen Standort. Daher musste am Samstag zunächst das Loch gegraben werden, in das der Baum gestellt werden sollte. Eine 24,5 Meter hohe Fichte wurde im Korporationswald Birkenbühl von Hans-Peter Nagel ausgesucht, gefällt und zurechtgemacht.

Zum Einholen am Nachmittag setzte Herbert Müller aus Großenseebach seinen Güldner-Oldtimertraktor ein. Für Müller ist an der Haundorfer Kerwa schön, dass alles gut funktioniert. „Das Ganze wird immer gut von Peter Rollig organisiert. Außerdem sind auch ältere Semester beim Baumholen und beim Aufstellen mit dabei.“

Der Kirchweihwagen, gezogen von einem Eicher-Traktor, wurde von Hubert Hengl gesteuert. Auf dem Wagen hatten es sich die Helfer und die Musikanten bequem gemacht. Die Musikanten unterstützten die Kirchweihburschen beim Singen der Kirchweihlieder mit zünftiger Musik ohne Verstärker. Beim Einholen machten sie zur Stärkung eine Zwischenstation in Beutelsdorf. In Haundorf wurde die Baumkrone mit bunten Bändern versehen. Oben überragt den Baum eine rot-weiße Frankenfahne.

Unter dem Kommando von Peter Rollig war der Baum innerhalb von knapp 45 Minuten in die Senkrechte gebracht. Rollig hat seit einigen Jahren das Kommando und hat noch jeden Baum richtig aufgestellt. „Jetzt machen wir gemeinsam einen Schub“, lautete eines seiner Kommandos, mit denen er die Helfer an den vier Schwalben anleitete.

Die „Blaue Traube“, die ihren Namen von einem wilden Weinstock erhielt, der sich am Haus emporrankte, richtete eine der letzten Kerwas der Herzogenauracher Ortsteile in diesem Jahr aus. Besonders in Haundorf kann gesehen werden, dass für eine Kirchweih vor allem ein Wirtshaus wichtig ist.

Die Kirchweih begann am Freitag mit einer Schlachtschüssel. Im Hof war in diesem Jahr zusätzlich ein Zelt aufgestellt. Unterstützt wurde der Wirt Mario Reichelsdorfer von Jo Bretting und Rita Müller sowie Familienmitgliedern. In diesem Jahr gab es am Freitagabend Musik von „DJ Don“, am Montag spielten die „Heckenmusikanten“. Für viele Anwesen in Haundorf gehört das Backen der „Kiegli“ an diesem Wochenende einfach immer noch dazu. Versorgt werden damit Verwandte, aber auch Kirchweihgäste, die den Weg nach Haundorf finden. Auch die Bäckerei Polster hatte extra zur Kerwa „Kiegli“ im Angebot.