Gregor Gysi besuchte die Erlanger Linken
Autor: Fränkischer Tag
Erlangen, Freitag, 23. Januar 2026
Gregor Gysi , direkt gewählter Bundestagsabgeordneter der Linken und Alterspräsident des Deutschen Bundestags , war am Mittwoch Gast beim Neujahrsempfang der Erlanger Linken. Bereits 45 Minuten vor Einlassbeginn versammelten sich laut einer Pressemeldung so viele Besucher vor der Ladeshalle, dass zusätzlich das Foyer genutzt werden musste.
OB-Kandidat Lukas Eitel begrüßte die Anwesenden mit einem Vorwort zur Erlanger Kommunalpolitik. Er erklärte, dass Erlangen zu den Kommunalwahlen weiter mit einer Haushaltskrise konfrontiert sei. Nach Presseberichten stelle die Verlagerung von Gewinnen durch Siemens Healthineers in die benachbarte Gemeinde Röttenbach eine Ursache dar.
In Röttenbach mit rund 5000 Einwohnern rechne man im Jahr 2026 mit rund 100 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen , im Jahr 2025 habe die Gemeinde 34 Millionen Euro erhalten. Eitel führte aus, dass die Erhöhung des Mindesthebesatzes der Gewerbesteuer „Gewerbesteueroasen“ wie Röttenbach austrocknen würde. Diese Forderung finde sich im Wahlprogramm der Linken und auch im Koalitionsvertrag , werde aber von der Regierung „skandalöserweise nicht umgesetzt“.
Ronja Wegele, Spitzenkandidatin der Erlanger Linken, berichtete über die Entwicklung der Partei. Sie hob hervor, dass Die Linke im Januar und Februar 2025 in Umfragen zwischen drei und 8,8 Prozent gelegen habe. In Erlangen habe Die Linke mit zehn Prozent Zweitstimmen erstmals ein zweistelliges Ergebnis erzielt. Zu den Gründen zählte Wegele unter anderem rund 4000 bis 5000 Haustürgespräche. Sie betonte zudem das langjährige Engagement von Gregor Gysi für soziale Gerechtigkeit.
Gysi sprach in seiner rund 60-minütigen Rede über kommunal- und weltpolitische Themen. Er forderte unter anderem eine stärkere Sozialpolitik, bessere Chancen für Kinder und Jugendliche sowie weltweite Abrüstung. „Die reichsten zehn Prozent besitzen zwei Drittel des Vermögens. Die ärmere Hälfte besitzt fast nichts. Das ist ein Problem!“, erklärte Gysi unter Applaus. Er kritisierte, dass die Zahl der Milliardäre weiter steige, während gleichzeitig mehr Menschen in Armut lebten. Er betonte: „Ein Staat, der so reich ist wie wir, darf niemals diese Armut von Kindern und Jugendlichen zulassen, aber er lässt es zu und das ist eine Schande.“ Auch die Tatsache, dass junge Menschen auf den Kriegsschauplätzen der Welt sterben müssten, lehnte Gysi ab und forderte Abrüstung. red