Welche Auswirkungen eine Überschwemmung haben kann, das haben im Raum Höchstadt/ Adelsdorf am 10. Juli viele erleben müssen, als die Aisch über die Ufer getreten ist. Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hatte die von der Flutwelle betroffenen Anwohner der Großgemeinde zu einer Nachbesprechung in die Laufer Mühle eingeladen.

Ihm zur Seite standen die Vertreter der Adelsdorfer Freien Wähler (FW), Alexander Triebel und Marcus Dangel, Andreas Dittner von der Aischer Feuerwehr und der Kreisbrandmeister Marcus Maier. Aus Nainsdorf, Adelsdorf , Aisch, Uttstadt, Lauf und Weppersdorf waren etliche Anwohner gekommen, genauso wie einige Gemeinderäte, Fischkals Vertreter Günter Münch (FW) und Sabina König (Grüne).

„Die Feuerwehren der Gemeinde, das THW , das BRK, aber auch der Adelsdorfer Bauhof waren die Garanten, dass alles einigermaßen glimpflich einherging“, sagte der Bürgermeister. Schon am Abend vorher – man habe gewusst, dass eine Flutwelle aufs Dorf zukomme – wurden Sandsäcke organisiert. Am Flutsamstag habe man die Anwohner der betroffenen Ortsteile rechtzeitig gewarnt. „Wir erkannten, dass die Aischbrücke in solchen Situationen die einzige Verbindungsader über die Aisch ist – was ein Verkehrschaos auslöste“, blickte Fischkal zurück. Hier sei eine Verkehrsplanung für den Notfall wichtig.

So bekommt man Soforthilfe

Er betonte auch die Möglichkeit der Soforthilfe über die Kommune: „Meldet euch! Die Unterlagen könnt ihr von der Homepage der Gemeinde abrufen, und das Geld wird sofort ausgezahlt.“

Nun wurden die Ortsteile nach der Reihenfolge der Flutwelle nach Problemen abgefragt. Marcus Meier beantwortete die Fragen aus Nainsdorf. Hier sei schon seit circa 1800 ein Damm da, man wisse nur nie, ob er hält. Die Nainsdorfer halfen sich zum Großteil selbst und hatten an neuralgischen Punkten Sperren mit Sandsäcken angebracht. Einen weiteren Wall könne man nicht bauen, das Wasser käme ja dann von der anderen Seite herein. Man werde den Wall demnächst anschauen, versicherte Fischkal.

Nicht alles zupflastern

In Adelsdorfs Gewerbegebiet gab es demnach keine großen Probleme, erklärte Triebel. Die Adelsdorfer hätten alles gut im Griff. Teilnehmer warnten, man solle nicht alles zupflastern. Ein großes Problem seien im Wasser spielende Kinder, aber auch die vielen Gaffer gewesen. „Die Leute müssten einfach ihr Hirn einschalten“, befand Dangel.

Würde man Adelsdorf zu sehr abschotten, käme noch mehr Wasser nach Weppersdorf, das am meisten gelitten hat. In Aisch waren der Verkehr und die Katastrophentouristen das Hauptproblem. In Uttstadt hätte es mehr Schaden gegeben, wenn nicht die Erdbaufirma Kaiser schnell und unbürokratisch mit Maschinen viele Fuhren Sand angekarrt hätte. „Fünf Paletten Sand hätten nicht gereicht. Wir wären abgesoffen“, bekundete ein Anwohner. In Lauf mussten nur Pferde evakuiert werden.

Viele Kräuter, Schmutz, Bäume, die der Biber bearbeitet hat, und Totholz waren auch ein Grund für die Stauungen sowohl an der Aischer als auch an der Weppersdorfer Brücke. „Wir werden mit dem Wasserwirtschaftsamt sprechen, dessen Ansichten leider mit denen der Unteren Naturschutzbehörde kollidieren“, erklärte Fischkal. Ein Anwohner berichtete, dass er sein Anwesen vor bis zu sechs Meter Wasserstand geschützt habe, „aber diesmal ging’s 30 Zentimeter drüber“. Ein großes Problem sei auch neben dem Zupflastern von Flächen und der Begradigung der Aisch die „Hineinbauerei“, betonen Anwohner.

Mehr Messstellen gefordert

Der Ruf nach mehr Messstellen als nur an der Laufer Mühle wurde laut. Triebel erklärte, dass weitere Pegelmesser in Nainsdorf oder an der Uttstadter Brücke geplant seien. Die Alarmierung sei top gewesen, hörte man von allen Seiten. Weitere Durchsagen über den jeweiligen Pegelstand – ob er steigt oder sinkt – seien aber nicht möglich, erläuterte Marcus Dangel.

Die Laufer Mühle selbst war am meisten betroffen. Es war bereits am Abend vorher die Evakuierung der Bewohner im alten Bau angeordnet worden. Nach den vorangegangenen Hochwassern hatte man viel dazu gelernt. Bereits 2013 hatte man an wichtigen Punkten Hochwassersperren angelegt. 2013 stand das Hochwasser bei 5,86 Metern, jetzt bei 6,12. „Wäre das Wasser fünf Zentimeter höher gestiegen, hätte es noch größere Probleme gegeben“, konstatierte Günter Münch.

Der Kreisbrandmeister hatte einige Vorschläge: Die mit viel Anstrengung gefüllten Sandsäcke trocken lagern, denn von der Witterung beeinflusst taugen sie nichts mehr. Starkregen kann überall und jederzeit passieren. Regelmäßig Keller- und Lichtschächte kontrollieren und sichern. Auf dem Grundstück kann man sich schon mit kleinen Dingen vor Starkregen schützen.

Fischkal resümierte: „Es hat uns gezeigt, dass eine gute Vorbereitung bei dieser Art von Unwetterereignissen unumgänglich ist. Es wird nicht das letzte Hochwasser entlang der Aisch gewesen sein.“