Mit deutlichen Worten wendet sich der Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Erlangen-Höchstadt, Walter Nussel ( CSU ), gegen die jüngste Forderung des Bundes Naturschutz, landesweit verpflichtende kommunale Baumschutzverordnungen zu erlassen. „Nicht auch noch eine Baum-Bürokratie“, sagte Walter Nussel in seiner Eigenschaft als Beauftragter für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung in München in einer Pressemitteilung. Der Verband hatte kürzlich öffentlich gefordert, der Freistaat solle den Kommunen zwingend vorschreiben, entsprechende Baumschutzverordnungen zu erlassen. Durch eine solche Verordnung bestünde die Möglichkeit, bestimmte Bäume und Sträucher dauerhaft unter Schutz zu stellen.

Keinen Mehrwert erkannt

Bäume , die in den Schutzbereich fallen, dürften demnach nicht gefällt oder verändert werden, außer es handele sich um fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen.

Der gelernte Forstwirt Nussel sieht darin im Gegensatz zum Bund Naturschutz keinen Mehrwert, sondern vor allem einen immensen Anstieg der Bürokratie und damit verbunden auch finanziellen Aufwand. Kein Bürgermeister ordne sinnlose Baumfäll-Aktionen an.

Die vom Bund Naturschutz als Begründung für dessen Forderung nach verpflichtenden Baumschutzverordnungen angeführte Hochrechnung von „bis zu 300.000 gefällten Bäumen in Bayerns Großstädten“ müsse insofern hinterfragt werden. Nussel erklärte, er bezweifele nicht, dass es immer wieder Baumfällungen in größerer Zahl gebe, die jedoch nachgepflanzt würden.

Viele Fällungen hätten ihre Ursache meist darin, dass die betroffenen

Bäume sehr alt und von Krankheiten befallen seien. Sie seien somit nicht mehr standsicher und stellten eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Deshalb seien die Kommunen gefordert, beherzt zu handeln, denn es gehe hier um die Sicherheit im öffentlichen Raum.

Nussel gibt zu bedenken, dass es zudem nicht wenige Fälle gebe, in denen die geplante Einführung einer Baumschutzverordnung dazu geführt habe, dass Bäume quasi präventiv gefällt wurden, die anderenfalls stehen geblieben wären.

Millionen von Sträuchern

Auch müsse bei einer zwingenden Baumschutzverordnung das Thema Verkehrssicherungspflicht überdacht werden. Es könne nicht angehen, so der Landtagsabgeordnete, dass diese per Verordnung dem Eigentümer auferlegt werde.

Im Hinblick auf den Klimawandel würden bereits städteplanerische Maßnahmen ergriffen, um durch Schaffung von grünen Zonen Luftverbesserung zu erreichen. Dazu müssten Millionen von Sträuchern und Bäumen neu gepflanzt werden. „Dies stellt zukünftig eine große Herausforderung an bayerische Kommunen dar.“ red