Die Mitarbeiter der Flüchtlingsbetreuung nehmen den jüngst stattgefundenen Tag des Flüchtlings zum Anlass, sich mit einem Brief an die wiedergewählten Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich ( SPD ) und Stefan Müller (CSU) zu wenden. Sie bitten darum, „sich der Themen Migration und Flucht anzunehmen und dabei für eine offene und solidarische Gesellschaft, für eine weltweite Solidarität ohne Grenzen einzutreten“.

Dass es in der Migrations- und Flüchtlingspolitik nur „#offen geht“, wie das Motto der Interkulturellen Woche lautete, hätten Menschen „in unglaublich großer Zahl“ 2015 im „Sommer und Herbst der Flucht“ praktisch vorgelebt, schreiben Konrad Eitel, Rudi Weber und Wolfgang Seitz von der Flüchtlingsbetreuung Herzogenaurach . Diese Bürger , auch in Herzogenaurach , engagierten sich bei der Aufnahme von fast einer Million Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten . Und weiter: „Menschen, die in Deutschland Schutz suchten, trafen auf eine lebendige, humane, empathische Zivilgesellschaft, die sich an der Idee der universell gültigen Menschenrechte orientierte“.

Die Flüchtlingsbetreuung Herzogenaurach schließe sich deshalb den Forderungen von zahlreichen weiteren Organisationen an. Dabei gehe es unter anderem um die Schaffung sicherer und legaler Zugangswege sowie die Gewährleistung eines fairen und rechtsstaatlichen Asylverfahrens. Die Seenotrettung müsse entkriminalisiert werden. Gefordert wird die dezentrale Unterbringung von Schutzsuchenden, ihre Umverteilung in die Kommunen nach spätestens drei Monaten sowie die Unterstützung der Kommunen bei der Integrationsförderung.

Eine weitere Forderung sei eine umfassende und zeitnahe Gewährleistung der Familienzusammenführung in Deutschland für alle Flüchtlinge und damit die rechtliche Gleichstellung von subsidiär Geschützten. Auch gelte es, Perspektiven für eine dauerhafte Aufenthaltssicherheit herzustellen sowie den Rassismus in all seinen Erscheinungsformen und in allen gesellschaftlichen Bereichen zu bekämpfen.

Auch Afghanistan ein Thema

Den Schreibern ist darüber hinaus noch wichtig, an das Scheitern des 20-jährigen Militäreinsatzes in Afghanistan zu erinnern. „Angesichts dieser verheerenden Bilanz erwarten wir von der neuen Bundesregierung ein Umdenken in der Friedens- und Sicherheitspolitik“, schreiben die Herzogenauracher. Denn noch mehr Militär schaffe weder Sicherheit für die Menschen noch Frieden und Demokratie. Stattdessen brauche man mehr zivile Friedenskräfte.

Darum fordern Eitel, Weber und Seitz die Abgeordneten aus dem Wahlkreis auf: „Stärken Sie Deutschlands Beiträge zur zivilen Konfliktbearbeitung, bauen Sie den zivilen Friedensdienst aus!“ bp