Druckartikel: Nach Antrag: Stadtrat streitet über Flaggen am Rathaus

Nach Antrag: Stadtrat streitet über Flaggen am Rathaus


Autor: Fränkischer Tag

, Freitag, 02. Oktober 2026

Der Stadtrat beschäftigt sich mit einem Antrag der AfD zur Frage der Fahnen vor dem Rathaus
Drei Fahnenmasten stehen am Rathaus Herzogenaurach, die Europaflagge ist Standard und wird fallweise ergänzt.  Gerd Ankermann


Ein Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel „Grundsätze der dauerhaften Beflaggung des Rathauses Herzogenaurach“ hat eine heftige Diskussion ausgelöst. Auch der Fußball-Bundestrainer wurde mehrfach zitiert. Der Beschlussvorschlag lautete, dass das Rathaus grundsätzlich dauerhaft mit der Flagge der Bundesrepublik Deutschland, des Freistaats Bayern und der Stadtflagge Herzogenaurachs beflaggt werden soll.

Es wird Bezug genommen auf die Bayerischer Flaggen-Verwaltungsanordnung. Besondere Anlassbeflaggungen bei Staatsbesuchen et cetera sollen davon unberührt bleiben. Roland Reichelsdorfer ( AfD ) zitierte auch die Aussage von Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp , dass die Nationalflagge nicht in die Hände der Falschen geraten sollte. „Aus meiner Sicht kann man dem nicht zustimmen, die Nationalflagge gehört niemanden“.

Er verwies auf andere Länder, wo es zur Tradition gehört, die Landesflagge dauerhaft auf öffentlichen Gebäuden zu zeigen. Bürgermeister German Hacker nahm sogleich Stellung. Zunächst stellte er klar, dass die zitierte Flaggenverordnung nicht für das kommunale Rathaus gelte. Es gibt aber darin eine Empfehlung, die die Stadt bereits seit Jahrzehnten umsetze.

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Die in der Verwaltungsanordnung genannten Termine und Anlässe werden genutzt, um die Flagge der Bundesrepublik Deutschland im Jahresverlauf immer wieder zu hissen und zur Geltung zu bringen. Zudem obliegt es dem Ersten Bürgermeister, im Rahmen des Organisationsrechtes das Hausrecht für städtische Gebäude auszuüben. Er legt also fest, ob, wann und wo eine Beflaggung stattfindet. Ein Stadtratsbeschluss über die Beflaggung liegt nicht vor, stellte Hacker klar.

Die Flexibilität sollte erhalten bleiben, daher empfiehlt er, den Antrag der AfD abzulehnen. Veit Götz (Grüne) fragte, ob es nicht wichtigere Probleme in der Stadt gebe. Daraufhin bekam er von Reichelsdorfer zu hören, dass die Grünen auch beim HZA-Autokennzeichen dafür gestimmt hatten. Götz schlug vor, am CSD die Regenbogenflagge am Rathaus zu hissen, was in der AfD-Fraktion für Heiterkeit sorgte.

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Laut Reichelsdorfer sei die Regenbogenflagge eine politische Willensbekundung, die nichts am Rathaus zu suchen habe. Vielmehr sehe er es als Verpflichtung eines jeden Mandatsträgers, sich zur deutschen Nationalflagge zu bekennen. Michael Dassler ( FDP ) meinte zu dem Antrag: „Warum eigentlich nicht?“ Er fände es schön, wenn auch öfter mal die Deutschlandflagge zu sehen sei, gegen die Europaflagge spricht aus seiner Sicht gar nichts.

Frank Gäbelein, CSU-Fraktionsvorsitzender, lehnte den AfD-Antrag ab. Er sieht darin kein Produkt der AfD-Fraktion im Herzogenauracher Stadtrat, sondern die Verfolgung parteipolitischer Interessen. Derartige Anträge würden landauf landab in einer Vielzahl von Kommunen gestellt. Er meinte, dabei solle der Eindruck erweckt werden, dass es inhaltlich und die Schaffung und Sichtbarkeit kommunaler Identität gehe.

Fahnen der Partnerstädte von Herzogenaurach

Im Kern solle durch die enumerativ geforderte dauerhafte Beflaggung der Ausschluss von „ungeliebten“ Beflaggungen, wie der Europafahne und anderen Sonderbeflaggungen umgesetzt werden. Dabei hätten die Fraktionen von CSU und JU natürlich nichts dagegen, dass die Flagge der BRD, des Freistaats Bayern und Herzogenaurachs sichtbar repräsentiert werden. Die Europaflagge solle aber nicht dauerhaft ausgeschlossen werden. Patrizia Siontas (Grüne) brauchte keine Deutschlandflagge, um sich mit ihrem Heimatland Deutschland zu identifizieren.

Die Fahnen der Partnerstädte findet sie schön, die Europaflagge gehöre auf jeden Fall dauerhaft gehisst. Holger Auernheimer ( SPD ) stimmte Gäbelein vollkommen in seiner Einschätzung zu. Der Stadtrat sollte sich lieber mit kommunalen Themen beschäftigen als mit Bundesthemen. Auernheimer stimmte Bundestrainer Klopp aber zu, die Bundesflagge nicht den falschen Leuten zu überlassen.

Antrag der AfD in Herzogenaurach abgelehnt

German Hacker griff nochmals die Anmerkung auf, was das Bekenntnis jedes Mandatsträgers zu den Farben Schwarz, Rot, Gold betrifft. Sie suggeriere, dass es Mandatsträger gebe, die sich nicht zu diesen Farben bekennen. Das wies er entschieden zurück und bekam dafür Zustimmung von der Mehrheit der Stadtratsmitglieder. Auch Hacker meinte abschließend: „ Jürgen Klopp hat recht“ Gegen die Stimmen von AfD und FDP wurde der Antrag abgelehnt.