Die Arbeitsplätze von morgen hängen an den Firmengründungen von gestern, aber der Gründergeist kam schon vor Corona in Deutschland recht unterschiedlich aus der Flasche, was Firmengründungen anging: Der jüngste Bundeswert ist mit 75,5 Punkten im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr zwar hauchzart um 0,5 Punkte gestiegen. Aber die Spannweite beim unternehmerischen Nachwuchs ist riesig: Im Kreis Erlangen-Höchstadt liegt er mit 70,6 Punkten unter dem Bundesdurchschnitt von 75,5.

Aktuell reicht es damit in der Gründergeist-Bundesliga für den Kreis Erlangen-Höchstadt zu Platz 202 von 404. Spitzenreiter ist der Kreis München mit 149 Punkten. Der Kyffhäuserkreis kommt nur auf 33,8 Punkte und damit auf den letzten Platz. Wie Gründergeist gemessen wird? Die Statistiker nehmen da den Wert der Gewerbeanmeldungen pro 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Aktuell ist der Gründer- und Gründerinnengeist bis zum 31. Dezember 2019 erfasst. Und der Trend zeigte erstmals wieder leicht nach oben. Vorher ging es seit dem Rekordjahr 2015 bundesweit nur abwärts.

Woran liegt's? Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) betrachtet das Gründungsgeschehen in ihrem Gründungsmonitor und schreibt dort: „Seit etwa 15 Jahren drückt der gut laufende Arbeitsmarkt auf die Gründungstätigkeit in Deutschland. Durch das Abflauen des Rekordbooms nimmt die Absorptionskraft des Arbeitsmarkts jedoch ab, was der Gründungstätigkeit zugutekommt.“

Kurz: Wer im Job gut verdient, geht seltener ins Risiko. Immerhin: „Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen sind bei den Existenzgründungen 2019 etwas häufiger zu finden als im Vorjahr. Deutlich zugelegt haben dagegen internetbasierte und digitale Gründungen – vor allem im Vollerwerb“, sagt die KFW mit Blick auf die bundesweite Entwicklung.

Laut KFW gilt die Regel: „Im Lauf von drei Geschäftsjahren beenden rund 30 Prozent der Gründer ihre Existenzgründung wieder.“ Was nicht unbedingt Insolvenz heißen muss, aber kann. Deswegen gibt es auch da einen Indikator: die Zahl der Insolvenzen pro 10 000 Unternehmen. Dieser Wert ist in Deutschland von 71,0 (2015) auf 57,0 (2019) zurückgegangen. Für den Kreis Erlangen-Höchstadt heißen diese Werte: 2015 mussten 56,8 Unternehmen Insolvenz anmelden. 2019 lag dieser Wert bei 32,2. zds