Seit fünfzehn Jahren besteht zwischen der Grundschule Weisendorf und der Don-Bosco-Schule in Zubza eine lebendige und äußerst segensreiche Schulpartnerschaft. Und das kleine Jubiläum, das im Mai gefeiert werden kann, wird mit einem Buch gewürdigt: eine 68 Seiten starke Chronik, die aber weit mehr als eine Chronik ist.

Verantwortlich für den Inhalt ist Ernst Klimek, der sich mit vielen anderen dem Projekt mit Inbrunst widmet. „Das Thema reizte mich. Ich wollte aber keine normale Chronik schreiben, sondern es ist auch ein Dank an die vielen Unterstützer“, sagt er.

Das reich bebilderte Werk „Hand in Hand fürs Nagaland “ beschreibt die Zubza-Initiative und wie alles begann. Es berichtet von Land und Leuten aus dem indischen Bundesstaat Nagaland , beschreibt das karge und entbehrungsreiche Leben der „Nagas“ und warum Bildung gegen die Armut so wichtig ist. Stolz sind die Zubzas auf inzwischen 41 fertige Projekte und auf 165 Schulpatenschaften. Kinder aus Weisendorf kommen ebenso zu Wort wie aus dem Nagaland und Paten berichten über ihr Engagement beim Hilfsprojekt .

Im Vorwort stellt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die Worte von Papst Franziskus in den Vordergrund: „Unmöglich kann man sich mit dem zufriedengeben, was man in der Vergangenheit erreicht hat, und dabei verweilen, es zu genießen, als würden wir nicht merken, dass viele unserer Brüder und Schwestern unter Situationen der Ungerechtigkeit leiden, die uns alle angehen“. So hätten sich die Zubzas mit der Brücke von Weisendorf in das Nagaland nie mit dem schon Erreichten begnügt. Sondern persönliche Begegnungen, Betroffenheit und christliche Nächstenliebe hätten eine große Rolle gespielt.

Minister bewegt die gelebte Solidarität

Auch der bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann , würdigt das Zubza-Hilfsprojekt. Denn seitdem die Schülerinnen und Schüler in Weisendorf 2007 von der Not und den Sorgen der Kinder im kleinen Bergdorf im indischen Nagaland erfahren haben, setzen sie sich mit beachtlichem Engagement nachhaltig für ihre dortigen Altersgenossen ein – besonders dafür, dass jedes Kind eine Schule besuchen kann. Denn was uns hier in Bayern und Deutschland als Selbstverständlichkeit erscheint, ist leider an vielen Orten der Welt alles andere als selbstverständlich. Er sei persönlich überaus bewegt von dieser gelebten Solidarität unseres Nachwuchses und sehr dankbar für dieses herausragende Engagement. Da kann ich dem letzten Vers des von den Schülern geschriebenen Zubza-Liedes nur ganz beipflichten: „So geht helfen, Mitmensch sein!“, schreibt der Minister am Ende seines Grußwortes.

Ebenso bedankt sich Landrat Alexander Tritthart , in dessen Zeit als Weisendorfer Bürgermeister die Patenschaft zwischen der Pfarrgemeinde St. Josef Weisendorf mit der Pfarrei St. Maria Goretti in Sechü-Zubza im Nagaland begann, für das Engagement für die Zubzas: „Bildung soll und muss für jeden Menschen zugänglich sein. Mit Hilfe des Projektes Zubza versuchen wir gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern, die Brücke ins Nagaland zu festigen und schulische Bildung den Menschen vor Ort zu ermöglichen.“

Der Weisendorfer Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein zeigt sich stolz darauf, was in 15 Jahren Schulpartnerschaft schon alles erreicht wurde, und freut sich auf die Partnerschaftsfeier.

Vor 15 Jahren hatten im Religionsunterricht an der Weisendorfer Schule Schüler zusammen mit ihrem Lehrer Ernst Klimek beschlossen, Nächstenliebe zu leben und für Kinder im Nordosten Indiens Geld zu sammeln. Der erste Solibrot-Gottesdienst wurde gefeiert und auf den Herbst- und Weihnachtsbasaren wurde Selbstgebasteltes verkauft. Der Name des kleinen Dorfes im Nagaland wurde rasch für die gesamte Schule zum Akronym, denn es folgten immer mehr Zeichen der Bereitschaft zum Anpacken.

„Vorbild an Toleranz und Nächstenliebe“

„Wir wünschen uns sehr, dass diese enge Freundschaft weiter gepflegt wird. Dank Internet und Smartphone wächst sie lebendiger denn je. Allen Unterstützerinnen und Unterstützern danken wir von Herzen, sie geben den Kindern hier wie in Indien ein deutliches, gelebtes Vorbild an Toleranz, Nächstenliebe und ethischen Werten“, schreiben Rektorin Petra Pausch und Konrektorin Nadine Hopfengärtner.