Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie hielt die Höchstadter CSU eine Mitgliederversammlung ab. Neben dem Vorstand mussten unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts Delegierte für die Aufstellung eines Bundestagskandidaten gewählt werden. Dabei gaben die Mitglieder ihrem Vorsitzenden Alexander Schulz Rückenwind, teilt der Ortsverband mit. Ziel sei es, die Stadtpolitik künftig stärker mitzubestimmen - zusammen mit den Grünen.

"Zu unserer heutigen Mitgliederversammlung gibt es keine Alternative", sagte Alexander Schulz. Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass es dem Vorstand lieber gewesen wäre, man hätte auf eine Zusammenkunft verzichten können.

"Allerdings lässt unsere Satzung für die Bestimmung von Delegierten keine Briefwahl zu." Damit war es für die Vorbereitung der Bundestagswahl unvermeidlich, die Mitglieder in der Fortuna Kulturfabrik zusammenzurufen. Also entschloss man sich dazu, die ebenfalls anstehenden Vorstandswahlen gleich mit zu erledigen.

Unter der Leitung von Gerhard Schlee war dies zügig erledigt. Einstimmig bestätigten die 25 anwesenden Mitglieder Alexander Schulz im Amt.

Ihm zur Seite wurden die Stellvertreter Matthias Bangert, Thomas Freymann und Sonja Schleupner gestellt.

Rabl wird Digitalbeauftragter

Auch Schatzmeister Johannes Schleupner und Schriftführer Wolfgang Giering können ihre Arbeit in den nächsten zwei Jahren fortsetzen. Franz Rabl gehört dem Vorstand ebenfalls weiter an, allerdings in neuer Funktion. Er ist künftig Beauftragter für Digitalisierung. Regina Enz, ehemals Landratskandidatin der Freien Wähler und vergangenes Jahr im Stadtrat zur CSU gewechselt, ist zur Beisitzerin bestimmt worden.

Website ist kein Fortschritt

"Eine Position, die wir für die Verwaltung im Stadtrat immer wieder eingefordert haben", erläuterte Schulz. "Allerdings begnügt sich der Bürgermeister damit, uns eine neue Website als großen Fortschritt zu verkaufen. Andernorts können hingegen Bürger schon heute zahlreiche Behördengänge online erledigen." Deshalb will die CSU in Sachen Digitalisierung nun mehr Druck machen - gemeinsam mit den Grünen.

"Im Landkreis stellen CSU , Freie Wähler und Grüne die Regierung. Wir hatten gehofft, eine solche sachorientierte Politik auch in Höchstadt machen zu können", erinnerte Schulz. Weil einige Politiker ihre persönlichen Interessen über die Belange der Allgemeinheit stellen würden, sei es anders gekommen.

Mit Geschlossenheit und kontinuierlicher Präsenz will die Höchstadter CSU nun ihren Einfluss im Rathaus ausbauen. "Dabei arbeiten wir konstruktiv mit den Grünen zusammen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind", betonte Schulz.

Größte Kritikpunkte sind das kommunale Wegenetz, für dessen Erhalt zu wenig getan werde, und die Abläufe in der Verwaltung. Höchstadt, daran ließ Schulz keinen Zweifel, stehe vor großen Herausforderungen.

Zukunft: Arbeitsplätze wackeln

"Nicht nur wegen Corona, sondern wegen eines Strukturwandels. Der hat die Energiepolitik ebenso erfasst wie unsere Mobilität . Das wird für uns ein spürbarer, wenn nicht schmerzhafter Prozess - denn städtische Einnahmen und viele Arbeitsplätze sind betroffen." red