Im Rahmen des 130-jährigen Bestehens der SPD Adelsdorf hatten die Genossen die Bevölkerung zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Die Finanzsituation nach der Pandemie“ eingeladen. 80 Interessierte waren in die Aischgrundhalle gekommen.

Neben den SPD-Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich (Erlangen) und Andreas Schwarz (Bamberg/Forchheim) waren Nürnbergs Oberbürgermeister a. D. Ulrich Maly sowie Peter Bofinger (ehemaliges Mitglied der fünf Wirtschaftsweisen) zu dieser Diskussion gekommen.

Vor Beginn der Veranstaltung lud Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) die Gäste ein, sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. Ortsvorsitzender Norbert Lamm begrüßte den Bürgermeister , die Fraktionssprecher der Grünen, der Freien Wähler und der ABWI-Fraktion, die Kreisvorsitzenden der SPD Erlangen-Stadt und Elangen-Höchstadt und viele SPD-Mitglieder aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, aus Forchheim und aus Erlangen.

Besucher von Maly begeistert

„Das war ein super Abend, was vor allem an den Top-Leuten liegt, die da vorne waren. Besonders Maly bringt’s rüber“, schwärmte Roland Schleicher aus Röttenbach. „Der Abend war sehr informativ und wir waren angenehm überrascht, ein eindrucksvoller Maly, der alles mit einfachen Worten erklärt. Solche Politiker bräuchten wir mehr“, schlossen sich Hans-Jörg und Elke Seidl aus Röttenbach ihrem Vorgänger an.

Der Abend diente auch der Wahlwerbung, aber in erster Linie ging es um die Bestandsaufnahme der Finanzen nach der Corona-Pandemie. Moderator Bernhard Büchler hatte den Abend organisiert und erhielt am Ende viel Beifall. Seine Co-Moderatorin war Carola Pigisch, Ökonomin und ehemalige Journalistin . „Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir relativ gut durch die Pandemie gekommen. Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf und wir sollten alles mit positiver Stimmung angehen und nicht nur dauernd nörgeln“, meinte Bofinger, „ich bin froh, dass ich nicht Merkel bin, denn sie hat eine unglaubliche Verantwortung und ich habe viel Respekt vor den Politikern.“ Sicher sei nicht alles gut gelaufen. „Aber mit einem positiven Grundgefühl kommt man besser durch die Welt“, erklärte er.

Nach den Schulden befragt, antwortete Bofinger, dass Deutschland die geringste Schuldenquote habe, sich aber die meisten Gedanken mache: „Bücher, welche die größten Crashs beschreiben, verkaufen sich am besten, Horror verkauft sich einfach gut.“

MdB Andreas Schwarz sagte, dass Krisen zuallererst im Kopf entstünden. „Eine schnelle Erholung der Wirtschaft ist nötig“, erklärte Stamm-Fibich, „aus der Pandemie haben wir gelernt, dass wir einen leistungsfähigen Staat brauchen.“ Deutschland dürfe die Zukunft nicht verschlafen. „Steuererhöhungen sind jetzt schlecht, man soll besser den Erfolg besteuern“, fand Andreas Schwarz .

Fragen zum Rentenalter kamen noch aus dem Publikum und wurden beantwortet. Nach informativen und kurzweiligen zweieinhalb Stunden endete der Abend nicht ohne einen großen Dank an die Podiumsgäste und Moderatoren.