Nachruf: Höchstadt nimmt Abschied von Paul Neudörfer
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 01. Sept. 2026
Paul Neudörfer hat Höchstadt geprägt. Als Politiker, als Fußballtrainer, als Fußballspieler, als Fischer, als Umweltschützer, als Mensch. Nun ist er gestorben.
Es gibt wohl kaum einen älteren Höchstadter, der ihn nicht gekannt hat: Paul Neudörfer. In der vergangenen Woche ist der „Pauli“ gestorben. Im Alter von 79 Jahren erlag er einem längeren Leiden.
Paul Neudörfer war als „sozialdemokratisches Urgestein“ weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Höchstadt hinaus bekannt. Schon früh in die SPD eingetreten, wurde er 1985 in den Höchstadter Stadtrat gewählt, in dem er 30 Jahre lang mit seiner Meinung nie hinter dem Berg hielt. 1990 schaffte er den Sprung in den Kreistag Erlangen-Höchstadt, dem er dann 18 Jahre lang angehörte.
Bekannt geworden ist Neudörfer aber nicht nur wegen seines kommunalpolitischen Engagements. Als „rasender Reporter“ auf seinem Roller war er mehr als 40 Jahre als freier Mitarbeiter für die beiden Lokalzeitungen Fränkischer Tag und Nordbayerische Nachrichten im Einsatz. Unfälle, Geburtstage und Vereinsveranstaltungen waren sein Metier.
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Aber der „Pauli“ berichtete nicht nur, sondern war auch selbst in zahlreichen Vereinen aktiv. Beim TSV Höchstadt spielte er 40 Jahre lang Fußball und trainierte lange Jahre Nachwuchsmannschaften. Der Fischereiverein lag ihm ebenfalls sehr am Herzen. Er kämpfte für Natur- und Umweltschutz und führte 25 Jahre lang die Umweltgruppe der Höchstadter Fischer.
Die Städtepartnerschaft mit dem damals noch in der DDR liegenden Kranichfeld hat er initiiert und über Jahre hinweg gepflegt. Als passioniertem Raucher ist es ihm gelungen, in den Höchstadter Stadtratssitzungen Raucherpausen einzuführen. In der SPD , wo er aber nicht immer mit seinen Genossen auf einer Linie war, hat sich Neudörfer stark engagiert. Das jährliche SPD-Brückenfest auf der alten Aischbrücke geht auf sein Konto.
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Beruflich hat Paul Neudörfer Installateur gelernt, merkte jedoch schon bald, dass das nicht seine Zukunft sein würde. Er schulte zum Krankenpflegehelfer um, arbeitete zehn Jahre lang in der Pflegeeinrichtung der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf und 23 Jahre lang in der forensischen Psychiatrie in Erlangen. Ein nicht ungefährlicher Job, wie er immer wieder berichtete.
Hier wurden ihm unter anderem auch mehrere Zähne ausgeschlagen. Paul Neudörfer hinterlässt zwei Töchter und eine langjährige Lebensgefährtin. Seine Ehefrau war schon früh verstorben.