200 Jahre altes Gewand restauriert
Autor: Fränkischer Tag
Hochstadt am Main, Montag, 18. Mai 2026
Viele Pfarreien unternehmen alljährlich eine Wallfahrt zur Basilika der Gottesmutter Maria in Dettelbach. Weit mehr als 500 Jahre existiert dieser Wallfahrtsort im Bistum Würzburg . Gerade aus dem westlichen Mittel- und Oberfranken pilgern Menschen nach wie vor zu jenem religiösen Zentrum Unterfrankens, weil sie bis Mitte oder Ende des 19. Jahrhunderts kirchlich zum Bistum Würzburg gehörten.
Zum 386. Mal fand wie immer am vierten Septemberwochenende von Höchstadt aus die Dettelbacher Gelöbniswallfahrt statt. Die St.-Georgs-Pfarrei fühlt sich dem Versprechen ihrer Vorfahren während der Jahre des 30jährigen Krieges bis heute verpflichtet.
393 Jahre sind es her, dass Höchstadt durch den Schwedenüberfall dem Erdboden gleichgemacht und eingenommen wurde. Die Bevölkerung war 1633 auf neun bis zehn Familien gewaltsam reduziert worden. Nach sechs schweren Jahren des Wiederaufbaus und der Erneuerung gelobten die Höchstadter ab dem Jahr 1639, alljährlich eine Pilgerschaft zum Hauptwallfahrtsort der Diözese Würzburg, nach Dettelbach zu unternehmen.
Höchstadt zählte ebenfalls bis ins 19. Jahrhundert kirchlich zum Bistum Würzburg . Ununterbrochen erfüllten die Höchstadter seither ihr Gelübde, selbst in den gefährlichen Kriegsjahren des 20. Jahrhunderts. Obwohl es in den Kriegsjahren auch im Aischgrund viele Gefallene gab, blieb Höchstadt tatsächlich von den Wirren des Krieges und vor einer Zerstörung überwiegend verschont.
Auch große Gewalttaten, Naturkatastrophen oder Rassenhass blieben aus.
In den meisten wallfahrenden Pfarreien existieren historische Wallfahrtsbilder oder Fahnen, die an eine lange Wallfahrtstradition erinnern. So auch in Höchstadt. Seltener sind kostbare liturgische Gewänder, die von großen Verehrern der Wallfahrt gestiftet wurden.
Im Höchstadter Paramentenarchiv befindet sich ein knapp 200 Jahre altes Gewand, das in einem wertvollen Brokatzentrum unter anderem ein Bild der Gottesmutter Maria zeigt.