Hier steht niemand im Abseits
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Rossach, Dienstag, 04. Juni 2019
Ein besonderer Fußballsommer: Liebe zum Spiel mit dem runden "Leder" bringt Spieler mit und ohne Behinderung in verschiedenen Teams zusammen. Am Ende gibt es einen Meister in der "Quattro-Liga".
Für die Region Coburg wurde eine neue Meisterschaft erfunden: die "Quattro-Liga". Für Fußballer mit Behinderung gibt es keinen organisierten, regionalen Ligabetrieb. Die Sehnsucht nach einer echten Meisterschaft im näheren Umkreis wurde immer größer. Jetzt fand auf dem Sportplatz des TSV Rossach unter großem Zuschauer-Interesse der erste Spieltag statt. Erster Tabellenführer ist die TSG Niederfüllbach.
Unter der Leitung von Heilerzieher Sebastian Deringer von den Offenen Hilfen des Diakonischen Werks Coburg trugen Jugendliche mit Behinderung als FC FED Olé jahrelang Fußballspiele aus. Dabei reisten sie quer durch Franken und nahmen mit ihren Eltern oft weite Wege auf sich. "Aus den Jugendlichen sind inzwischen junge Erwachsene geworden", erzählt Deringer.
Kooperation, Lust, Engagement
Da fiel dem Heilerzieher folgende Lösung ein: Die Quattro-Liga ist ein Gemeinschaftsprojekt aus echten Fußballvereinen und der Offenen Hilfe. Kooperation, Lust und Engagement seien drei wichtige Säulen für ein gutes Gelingen. "Inklusion ist Revolution - vor allem im Sport!"
Für dieses sportliche Neuland konnte Deringer vier Sportvereine gewinnen, die etwas miteinander "anstoßen" wollen: TSV Rossach, TSV Scherneck, TSV Dörfles-Esbach und TSG Niederfüllbach.
Da FC FED Olé 16 Spieler zur Verfügung hat, nimmt jeder Verein vier Spieler auf. Bei einem Kennenlern-Abend einigten sich Vereine und FED Olé-Spieler, wer von den Fußballern mit Behinderung bei welchem Team spielt. Die Hin- und Rückspiele finden auf Kleinfeld statt, die sechs Spiele pro Team werden auf drei Tage verteilt.
Am vierten Spieltag tritt der Erste gegen den Zweiten an, um so den Meister der "Quattro-Liga" zu küren. Die Dritt- und Viertplatzierten spielen um die "Goldene Ananas".
Die Regeln sind zugeschnitten auf den Fußballbetrieb mit gemischten Teams. Ein Match dauert zweimal zehn Minuten (fünf Minuten Pause). Es gibt weder Abseits noch Rückpassregel. In den Abendstunden auf dem Sportgelände des TSV Rossach war beste Stimmung festzustellen.