Heute geht es wieder nach Hause
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Neustadt bei Coburg, Mittwoch, 05. Juli 2017
Vier Wochen lang durften sich 20 Kinder aus der Katastrophenregion von Tschernobyl im Coburger Land erholen. Heute wartet der Bus, der sie wieder in ihre Heimat zurückbringen wird. Ein bewegender Abschied für die Helfer.
Wie im Flug sind die Wochen vergangen, die 20 Kinder aus der Katastrophenregion von Tschernobyl im Coburger Land verbringen durften. Heute heißt es Abschied nehmen. "Es ist immer ein Moment, wo viele Tränen fließen", sagt Dieter Wolf, der Vorsitzende des Vereins Tschernobyl Kinderhilfe aus Neustadt. Daran gewöhnen wird er sich nie. Es ist der 18. Besuch einer Kindergruppe zur Erholung, und Wolf ist so gerührt wie beim ersten.
Mit den Jahren ist die Verbindung in die Region, die nach dem Reaktorunglück im April 1986 besonders unter den Folgen zu leiden hat, immer enger geworden. Wolf und die Helfer seines Vereins haben Mitstreiter gewonnen, die ihnen vor Ort helfen. Unzählige Hilfstransporte, Besuche und Unterstützung bei vielen kleinen und größeren Projekten vor Ort haben auch Vertrauen wachsen lassen.
Bewegendes Wiedersehen
Wenn Wolf und eine kleine Gruppe von Vereinsmitgliedern im August wieder in die Ukraine reisen, dann werden sie daher nicht nur die Kinder dieses Aufenthalts wiedersehen. Immer wieder treffen sie Kinder aus vergangenen Jahren - manche sind heute schon erwachsen und haben selbst Kinder. Allen bleiben die vier Wochen in Deutschland in tiefer Erinnerung. Immer wieder hören die Deutschen, wie diese Reise kleine Persönlichkeiten verändert, gestärkt und angespornt hat, etwas aus ihrem Leben zu machen - trotz aller Hindernisse und Nachteile für Menschen aus der Katastrophenregion.Dafür, dass die Kinder reichlich Erinnerungen mit nach Hause nehmen, spricht das Programm, das der Verein auf die Beine stellt. Dabei kommen immer wieder neue Angebote. Andere Unterstützer haben schon seit Jahren einen festen Platz im Terminkalender von Dieter Wolf.
Kaum angekommen, werden die Kinder eingekleidet, gegebenenfalls medizinisch untersucht und versorgt. Dann jagt ein Erlebnis das nächste. Vereine wie der Countryclub Mountainlions, die Privilegierten Schützen in Neustadt oder der Truckerclub Frankenstrolche nehmen sich der Kinder oft einen ganzen Tag lang an. Es werden Feste und Theateraufführungen in der Region besucht und die Firma Thoenissen fährt die Kinder kostenlos in den Freizeitpark nach Geiselweind, wo ihnen der Betreiber den Eintritt spendiert. Rolly-Toys in Neustadt stellt Trettraktoren für die Kinder zur Verfügung und viele Helfer kommen zum Pfadfinderhaus in Fornbach, wo die Gruppe untergebracht wird, um den Kindern einfach etwas Gutes zu tun.