Michael Busch Die Sirenen gehen. Der Nachbar stürmt aus dem Haus, der Mitarbeiter in der Firma ruft ein kurzes: "Bin weg!" in die Runde, eine Discounter-Verkäuferin übergibt mit einem Blick an die Kollegen. Dann geht es zum Feuerwehrgerätehaus.

Knapp 440 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer in den freiwilligen Feuerwehren in Erlangen kennen diese Situation. Ein Großteil der Einsätze wird zwar von den hauptamtlichen Kräften der Feuerwehr Erlangen bewältigt, aber immer wieder müssen die Frauen und Männer der 13 freiwilligen Feuerwehren mit ran. Und diese ehrenamtlichen Helfer müssen bei annähernd jeder Einsatzlage mit ran. Das heißt natürlich auch, entsprechend zu üben. Gerade der Kampf gegen die Flammen stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Wichtige Schulungen

"Auge in Auge mit dem Brandherd" - so beschreibt der stellvertretende Alterlanger Kommandant und Ausbilder für holzbefeuerte Brandübungsanlagen, Matthias Martin, die Situation, auf die er und drei weitere Atemschutzgeräteträger der Alterlanger Feuerwehr sich eingelassen haben. "Wir haben eine ganz besondere zweitägige Ausbildung zur Brandbekämpfung absolviert. An beiden Tagen drehte sich alles darum, wie sich besondere Phänomene in der Brandbekämpfung entwickeln, wie sie erkannt und bekämpft werden können."

Grundsätzlich werden die Atemschutzgeräteträger der freiwilligen Feuerwehren Erlangens neben der Grundausbildung zum Atemschutzgeräteträger durch die Mitarbeiter der Ständigen Wache unter anderem in gasbetriebenen Übungsanlagen bei der Feuerwehr Nürnberg und an der staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg ausgebildet. Realitätsnäher sind holzbefeuerte Übungsanlagen, in denen die unterschiedlichen Stadien der Brandentwicklung sowie Möglichkeiten der Brandbekämpfung gelehrt werden.

Weitere Ausbildung folgt

Die Anlage der Firma "Erha-Tec Firetraining" hat den Alterlangern die Möglichkeit geboten, unter noch realistischeren Bedingungen auch Brandphänomene wie Rauchgasdurchzündungen und Rauchgasexplosionen sowie den entsprechenden Umgang damit kennenzulernen. Schwerpunkte waren die Erkennung und sichere Bekämpfung problematischer Situationen sowie sichere Löschtechniken. "Das Ziel des Trainings ist die Sicherheit im Einsatz nochmal zu erhöhen", sagt Matthias Martin.

Die Kosten für diese spezielle Ausbildung übernimmt der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Alterlangen. Die notwendigen Atemschutzgeräte und die notwendige Schutzkleidung wurden von der Ständigen Wache zur Verfügung gestellt. In den nächsten Jahren sollen noch weitere Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit dieser Fortbildung erhalten. Die Kameraden aus Alterlangen, allen voran die beiden Kommandanten Jens Moritz und Matthias Martin, bedanken sich recht herzlich beim Verein für die Finanzierung der Zusatzausbildung und bei der Ständigen Wache für die Zurverfügungstellung der notwendigen Ausrüstung.

Diese Übungen haben für die Stadt Erlangen und die Wehren eine besondere Bedeutung, unterstreichen diese doch die Sicherheit, die Ehrenamtliche gewährleisten. Denn die Zahlen sprechen für sich: Zu über 2000 Einsätzen im Jahr muss die Feuerwehr jährlich ausrücken. Die Rettung von Menschen und Tieren, die Bekämpfung von Bränden und die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen oder Unwettern gehören unter anderem dazu.