Druckartikel: Heikle Themen beim Verband Wohneigentum im Kreis angesprochen

Heikle Themen beim Verband Wohneigentum im Kreis angesprochen


Autor: Martin Rebhan

LKR Coburg, Sonntag, 20. März 2016

Die Aufmerksamkeit der Anwesenden, zog die stellvertretende Bezirksvorsitzende Waltraud Herdegen schlagartig auf sich, als sie das Wort "Strabs" in die Rund...
Bei der Kreisdelegiertenversammlung in Seßlach wurden langjährige Funktionsträger ausgezeichnet (von links): Martin Mittag, Reinhard Zenk, Waltraud Herdegen, Christian Gunsenheimer, Erwin Gradl, Alexander Blessinger und Stephan Ebert. Foto: Martin Rebhan


Die Aufmerksamkeit der Anwesenden, zog die stellvertretende Bezirksvorsitzende Waltraud Herdegen schlagartig auf sich, als sie das Wort "Strabs" in die Runde warf. Schnell wurde klar, dass sie nicht das Damendessous meinte, sondern die "viel geliebte" Straßenausbaubeitragssatzung.
Vom bayerischen Landtag zeigte sie sich mächtig enttäuscht, nachdem ihr Landesverband am 15. Juli zu einer Anhörung vor Ort war, aber schon am Tag darauf die Fraktionen Gesetzentwürfe präsentierten. "Denen waren unsere Argument völlig egal" ist sie überzeugt. Die "Strabs" sei völlig ungerecht, betonte sie. Nachdem hinter einem Volksbegehren ein großes Fragezeichen steht, wird nach ihren Worten derzeit geprüft, ob man mit einer Klage gegen dieses Gesetz Erfolg haben könnte.
In die Thematik schaltete sich Bürgermeister Martin Mittag (CSU) ein, der zum Ausdruck brachte, dass durch die "Strabs" die Bürger aus dem südlichen 1#googleAds#100x100 Bayern bevorzugt werden. "Die Strabs trägt dazu bei, dass unsere Region weiter ausblutet", betonte das Stadtoberhaupt. Für ihn ist die Argumentation gegen die viel diskutierte Satzung wie ein Kampf gegen Windmühlen. Für Mittag wäre es eine Lösung, wenn die Bürger jährlich einen Obolus von beispielsweise 50 Euro leisten. Bei 4000 Einwohnern, kämen so 200 000 Euro zusammen, die dann für den Straßenausbau eingesetzt werden könnten. "Der Grundstückseigentümer müsste dann nicht 10 000 Euro oder mehr auf einmal zahlen", erläuterte Mittag den smarten Vorteil dieser Lösung.
Das zweite brisante Thema sprach der Stellvertreter des Landrates, Christian Gunsenheimer (FW), mit den geplanten Stromtrassen P44 beziehungsweise P44mod an. Beiden Möglichkeiten erteilte er eine deutliche Absage. "Mir konnte bisher noch keiner die Notwendigkeit der Vorhaben erklären", betonte Gunsenheimer und wetterte weiter: "Mit uns spielt man das dreckige Braunkohlenspiel nicht". "Wir lassen uns hier nicht auseinander dividieren" rief er den Delegierten zu. Die Anwesenden forderte er auf, sich solidarisch zu zeigen und in ihren Vereinen die Mitglieder auf dieses Thema zu sensibilisieren. "Nur wenn die Region Druck nach Berlin ausübt, können wir etwas erreichen", betonte Christian Gunsenheimer.
Dass der Verband eine kräftige Stimme hat, konnte Kreisvorsitzender Alexander Blessinger bestätigen. So gehören dem Kreisverband 2501 Mitglieder an (Vorjahr 2546). Der Bezirksverband vertritt 19 666 Mitgliedsfamilien. Blessinger musste hier feststellen, dass alle Vereine mit Nachwuchs im Mitgliederbereich zu kämpfen haben. Unverständlich ist für ihn hierbei, dass die Kinder von Mitgliedern dem Verband nicht beitreten, wenn sie selbst Häuser besitzen.


Warnung: Falsche Kontrolleure

Alexander Blessinger erinnerte daran, dass ab Dezember 2017 Rauchmelder in den Gebäuden zur Pflicht werden. Er warnte vor dubiosen Menschen, die schon jetzt die Rauchmelder überprüfen wollen, "Die haben keine Berechtigung euer Haus zu betreten oder gar zu kontrollieren", unterstrich Blessinger nachdrücklich.
Ein "Muss" ist für die Siedlergemeinschaften offensichtlich die Landesgartenschau in Bayreuth. Waltraud Herdegen konnte die Versammlung informieren, dass Busfahrten zum Siedlertag am 6. August mit je 100 Euro durch den Bezirks- und den Landesverband bezuschusst werden können.
Angenehme Aufgaben durfte der Kreisvorsitzende gemeinsam mit Waltraud Herdegen übernehmen, die langjährige ehrenamtliche Funktionäre auszeichnen durften. Mit der bronzenen Ehrennadel der Siedlergemeinschaften wurden Reinhard Zenk (Siedlergemeinschaft Autenhausen) und Stephan Ebert (Siedlergemeinschaft Itzgrund-Lahm) für ihr fünfjähriges Engagement als Vorsitzende geehrt. Seit nunmehr 20 Jahren bringt sich Erwin Gradl in die Siedlergemeinschaft Seßlach ein. Für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Mitglieder wurde ihm die Ehrennadel in Gold verliehen. mr