Sie machen den Steg frei
Autor: Fränkischer Tag
, Mittwoch, 15. Juli 2026
Seit 2019 ist der Wehrsteg an der Staustufe Knetzgau gesperrt und der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Knetzgau südlich des Mains und Augsfeld nördlich des Mains abgeschnitten.
Grund sind Sicherheitsmängel etwa wegen der Brüstungshöhe des Geländers auf dem als Arbeitssteg konstruierten Übergang. Seither gibt es in Knetzgau keine Möglichkeit, den Main zu überqueren. Beschäftigte, die etwa mit dem Rad nach Augsfeld zu Bosch-Rexroth fahren, müssen einen Umweg nehmen.
Dies soll sich bald ändern, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt wurde.
Geplant ist der Einbau einer Auffahrrampe für Fahrräder an der Treppenanlage des Steuerhauses und an der Kleinbootschleuse.
Der Fußweg zwischen Wehranlage und Schleuse soll erneuert werden. Die Betontreppen sollen mit Stahlstufen und Sicherheitstrittkanten versehen werden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erhöht die Brüstungshöhe auf eigene Kosten. Durch die dann wieder hergestellte Flussquerung wird Knetzgau an den Mainradweg, an die Mainauen und das Netz der Wanderwege angeschlossen. Das Projekt kostet 51.000 Euro. Die Förderung durch das Leader-Programm beträgt 27.710 Euro. Der Gemeinde verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 25.290 Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.
Ebenso einstimmig verabschiedete das Gremium den Haushaltsplan 2026 sowie den Finanzplan bis 2029, der Investitionen in Höhe von über 35 Millionen Euro vorsieht. In diesem Jahr errechne sich ein Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit von rund einer Million Euro, sagte Bürgermeister Stefan Seubert. Er prognostizierte aber einen „Kipppunkt“ im kommenden Jahr aufgrund steigender Ausgaben und gleichzeitig sinkender Einnahmen. Erfreulich seien die 880.000 Euro, die die Gemeinde aus dem „Sondervermögen“ des Bundes erhält.
Seit Jahren defizitär seien die fünf Kindergärten im Gemeindegebiet, sagte Kämmerer Marco Depner. Das Gremium beschloss daher eine Beitragserhöhung von monatlich 20 Euro ab dem 1. September bei sechs Gegenstimmen. Das Thema war im Gremium stark umstritten. Gemeinderat Ralf Hofmann (CWG) verwies darauf, dass Knetzgau bereits sehr hohe Gebühren verlangt.