Neue Wege geht die Marktgemeinde bei der Baulandbereitstellung. Die Baugebiete in der Kappelleite sind nahezu aufgebraucht und im Marktgebiet ist weiterhin eine starke Nachfrage nach Wohnbaurechten.

So hat nun ein Ehepaar im Ortsteil Treinfeld einen Antrag gestellt, von sich aus sieben bis elf Baurechte für weiteren Wohnraum zu schaffen. Der Gemeinderat sah dies als positiv an. Bürgermeister Steffen Kropp ( SPD ) meinte, dass sich die Gemeinde das sehr wohl überlegen müsse und eigentlich froh sein könne, wenn jemand als Investor auftreten möchte. Der Gemeinde falle es derzeit angesichts enormer Investitionen sowieso nicht so leicht, hier selbst tätig zu werden. „Da im Marktgebiet weiterer Bedarf nach Wohnrechten gesehen wird und weitere Innenverdichtungen in den Kernorten und Ortslagen nicht gegeben seien, wird seitens der Verwaltung vorgeschlagen, nun in die qualifizierte Überplanung einzutreten und einen Grundsatzbeschluss zur Überplanung des Grundstückes in Treinfeld zu fassen“, betonte der Bürgermeister . Die privaten Eigentümer seien als Bauträger dabei aufgefordert, eine vollständige Kostenübernahme abzugeben und die notwendigen, städtebaulichen Verträge mit dem Markt Rentweinsdorf mit einer Bauverpflichtung zu schließen.

Hoher bürokratischer Aufwand

Dabei sind eine ganze Reihe von Verträgen zu vereinbaren: Kostenübernahmeerklärung, städtebaulicher Vertrag zur Übernahme der Planungs-, Verfahrens- und Verwaltungskosten , städtebaulicher Vertrag zum Ausgleich mit grundbuchmäßiger Verpflichtung, Erschließungsvertrag für Wasser, Kanal, Straße, Strom und Telekom sowie der Vertrag über eine Bauverpflichtung mit potenziellen Bauwerbern.

Aus dem Gremium kamen dann Anfragen hinsichtlich dieses Bauzwanges, zu Ausgleichsmaßnahmen oder auch zur Übernahme der Sackgasse durch die Gemeinde nach Abschluss der Maßnahme. Bürgermeister Kropp versicherte, dass dies alles, auch der Bauzwang nach fünf Jahren, in einem Abnahmeprotokoll geregelt werde. Der Verkauf der Bauplätze erfolge durch den privaten Bauträger . „Die Straße wird dann ebenfalls an die Gemeinde übergehen und wir sind dann wartungspflichtig wie bei allen anderen Straßen auch.“ Es sei aber ein riesiger Vorteil, wenn ein Privatmann die Investition selbst tätige, denn er könne sich die Firmen, mit denen er zusammenarbeite, selbst heraussuchen. In diesem Sinne beschloss dann das Gremium einstimmig, in die Bauleitplanung einzutreten und das Grundstück zu überplanen. Sämtliche anfallenden Kosten hätten dabei die Grundstückeigentümer zu tragen und in die Planung könne erst dann eingetreten werden, wenn die erforderlichen schriftlichen Kostenübernahmeerklärungen vorlägen. gg