Druckartikel: Noch kein Hauch von Frühling auf dem Arbeitsmarkt

Noch kein Hauch von Frühling auf dem Arbeitsmarkt


Autor: Fränkischer Tag

LKR Haßberge, Sonntag, 01. Februar 2026


Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Haßberge im Januar gestiegen. 1790 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 172 Personen mehr (elf Prozent) als im Dezember und 136 Personen bzw. acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,3 Prozent.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 509 Personen arbeitslos. Davon kamen 279 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 335 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 122 eine Erwerbstätigkeit auf.

Die globale Krise

Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, betont mit Blick auf die Situation im gesamten Agenturbezirk: „Dass die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn steigt, ist saisonal üblich, wird aber derzeit durch die konjunkturelle Zurückhaltung verstärkt. Unsere regionale Wirtschaftskraft hängt massiv am globalen Handel, am Export und ist somit auf offene Märkte und verlässliche Lieferketten angewiesen. Das Handelsabkommen mit Indien ist hier ein vielversprechendes Signal: Es schafft die Planbarkeit, die unsere Industrie braucht, um trotz der aktuellen Herausforderungen mutig in die Zukunft zu blicken und verstärkt in Beschäftigung zu investieren oder zumindest diese zu sichern.“

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt ( Stadt Schweinfurt , Landkreis Bad Kissingen, Landkreis Rhön-Grabfeld, Landkreis Haßberge, Landkreis Schweinfurt) im Januar 2026 deutlich gestiegen. 10.182 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 852 Personen mehr (neun Prozent) als im Dezember und 380 Personen bzw. vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,1 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,9 Prozent.Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2784 Personen arbeitslos. Davon kamen, mehr als sonst, nämlich 1415 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1936 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 555 eine Erwerbstätigkeit auf.

44 Prozent in Grundsicherung

Die Arbeitslosigkeit steigt vor allem in der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung an. In der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 5694 Personen (641 Personen mehr als im Vormonat und 375 Personen mehr als vor einem Jahr).

In der steuerfinanzierten Grundsicherung (Jobcenter) waren 4488 Arbeitslose registriert (211 Personen mehr als im Vormonat und 5 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 44 Prozent aller Arbeitslosen betreut. In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 184 (entspricht minus zwei Prozent) auf 7551.

Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 9970 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 349 Personen weniger (minus drei Prozent) als vor einem Jahr.

Die Zahl der Stellenmeldungen und damit die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt rückläufig. Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 446 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (216 weniger als im Vormonat und 52 weniger als vor einem Jahr).

Hier gibt es freie Stellen

Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 4562 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur Schweinfurt . red