Engagement Eman Al Khateb arbeitete als Anwältin in Syrien. In Hofheim hat sie ein neues Zuhause gefunden. Hier setzt sie sich für ihre Mitmenschen ein. Das Miteinander ist das größte Anliegen der fünffachen Mutter.
Eman Al Khateb stammt aus Syrien. Dort arbeitete sie als Rechtsanwältin und führte eine eigene Kanzlei. Nach ihrem Abschluss im Fach Strafrecht war sie drei Jahre lang in ihrem Beruf tätig. Für ihre Arbeit erhielt sie eine Auszeichnung der Anwaltskammer.
Der Krieg in Syrien veränderte jedoch das Leben der Familie grundlegend. Ihr Mann musste 2015 aus dem Land fliehen und kam nach Deutschland. Zwei Jahre später, 2017, gelang der Familie die Familienzusammenführung , so dass Eman Al Khateb mit ihren fünf Kindern ebenfalls nach Deutschland kommen konnte.
Schon kurz nach ihrer Ankunft begann sie, sich in ihrer neuen Heimat zu engagieren. Da sie Englisch spricht, half sie vielen Menschen als Dolmetscherin zum Beispiel bei Arztbesuchen, in Apotheken, in Schulen oder bei verschiedenen Veranstaltungen in Hofheim. Damit unterstützte sie sowohl Neuankömmlinge als auch Einrichtungen vor Ort.
Vier Monate lang besuchte sie einen Deutschkurs beim Verein Asyl Freunde Hofheim. Mit Hilfe ihres Lehrers und Online-Sprachkursen lernte sie schnell Deutsch und begann später sogar selbst, andere beim Sprachenlernen zu unterstützen. Im Jahr 2020 erreichte sie das Sprachniveau B1. Parallel dazu absolvierte sie eine zweijährige Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft.
Während dieser Zeit sammelte sie auch praktische Erfahrungen. Zunächst arbeitete sie sechs Monate in der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim als Büroangestellte. Später war sie zwei Jahre lang im Hofheimer Schwimmbad als Kassiererin tätig. Diese Zeit bezeichnet sie als wichtig, um noch mehr Menschen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Durch ihre Ausbildung und ein Praktikum an einer Schule in Haßfurt wurde sie anschließend dort übernommen. Außerdem arbeitete sie von 2017 bis 2021 im Projekt „Eltern Talk“ mit Siza Zaby. Dabei unterstützte sie Familien und Schulen und half, den Kontakt zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen zu stärken.
Kein Weg zurück
Obwohl sie in Deutschland nicht mehr als Rechtsanwältin arbeitet, engagiert sie sich intensiv für die Gesellschaft. Sie erklärt: „Ich habe hier nicht als Rechtsanwältin gearbeitet. Meine erste Herausforderung war es, mich in einem anderen Bereich zu beweisen als jemand, der seinen eigenen Platz findet. Als wir nach Deutschland kamen, fühlte es sich für uns an wie für jemanden, der nach seiner Ankunft im sicheren Hafen seine Schiffe verbrannt hat. Das bedeutet, dass man nicht mehr zurückkehren und nicht nach hinten schauen kann.“