Die Zukunft der Verkehrsentwicklung der Bamberger Innenstadt stand am vergangenen Mittwoch in der ersten Sitzung des neuen Mobilitätssenats auf der Tagesordnung. Unter anderem ging es um die geplante Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt und den weiteren Ausbau des Radwegenetzes im innerstädtischen Bereich. Auch das Bamberger Handwerk ist grundsätzlich für die Verkehrswende und begrüßt in einem Pressebericht Maßnahmen, die die Straßenverkehrssicherheit verbessern. Allerdings sei es aus Sicht vieler Handwerker äußerst bedauerlich, dass im Zuge der beschlossenen verkehrlichen Maßnahmen die speziellen Erfordernisse des notwendigen gewerblichen Verkehrs nicht genügend berücksichtigt worden seien.

Unter der weiteren Einschränkung des Individualverkehrs hätten die Betriebe zunehmend zu leiden, sagt Kreishandwerksmeister Manfred Amon. Handwerksbetriebe müssen weiter ihre innerstädtischen Kunden und Baustellen direkt erreichen und ihre Transporter in der Nähe abstellen können. Ein Handwerker, der eine dringende Dienstleistung in einem anliegenden Gebäude ausführt oder schweres Material ortsnah ausladen muss, dürfe nicht wie ein beliebiger Falschparker behandelt werden, der mutwillig einen Radweg oder die Fahrbahn zustellt, so Amon.

Versorgung gefährdet

Die Einschränkung von Fahrspuren zugunsten des Radverkehrs sowie der weitere Verlust von innerstädtischem Parkraum führten dazu, dass es immer unwirtschaftlicher würde, Aufträge in der Innenstadt anzunehmen. Dies führe zu einem nicht unerheblichen Rückgang an Wertschöpfung und gefährdet mittel- bis langfristig das regionale Handwerk und letztendlich auch die Versorgung der Bevölkerung.

Es könne nicht im Interesse der Stadtpolitik sein, dass die innerstädtischen Bewohner von Handwerksleistungen ausgeschlossen werden, so Amon. Auch für städtische Auftragsvergaben könne dies bedeuten, dass sich künftig immer weniger Handwerksbetriebe an Ausschreibungen beteiligen.

Manfred Amon gibt zu berücksichtigen, dass aktuell rund

3500 Handwerksbetriebe in Stadt und Landkreis Bamberg gemeldet sind, die insgesamt 17 500 Mitarbeiter beschäftigen. In Anbetracht dieser Zahlen fordert er eine für alle Seiten

verträgliche Lösung.

Amon: "Wir brauchen gleichermaßen einen sicheren Radverkehr wie aber auch die Gewährleistung von handwerklichen Verkehren, die unverzichtbar für die Lebensfähigkeit der Bamberger Innenstadt, die Umsetzung von Klimaschutzzielen aber insbesondere für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region sind." red