Da hatte Elke Protzmann offenbar den richtigen Riecher, als sie die Garderobe für den politischen Ascherfreitag der CSU in Lautertal aussuchte. Fast wäre sie als Doppelgängerin des Ehrengastes durchgegangen, hatte sich doch Neustadts Zweite Bürgermeisterin, wie Landtagspräsidentin Barbara Stamm für einen fliederfarbenen Blazer entschieden.
Mit wenigen Minuten Verspätung war Barbara Stamm am Sportheim in Oberlauter vorgefahren. Das darf als pünktlich gelten. Schließlich war sie aus Würzburg nach Lautertal gekommen. Mit Marschmusik und klatschenden Parteifreunden in einem voll besetzten Saal wurde die Hauptrednerin des Abends stilecht empfangen.
Den Aschermittwoch um einen Ascherdonnerstag oder Ascherfreitag zu erweitern, sei inzwischen in der CSU bayernweit zu einer Tradition geworden, stellte Stamm fest. Hintergrund ist, dass am Aschermittwoch die hochkarätigen Redner dünn gesät sind. Sie sind meist durch die Großveranstaltungen an diesem Tag im Freistaat gebunden. In Lautertal ist man aber schon in den 80er Jahren auf diese Idee gekommen. "Das war schon unter Herrmann Bühling so, der hat das eingeführt", versichert Bürgermeister Sebastian Straubel. Ihm ist es ein Anliegen, der Landtagspräsidentin für die Fördermittel zu danken, die seine Gemeinde für den Bau einer Krippe mit 1,2 Millionen Euro, für den Waldkindergarten und den Ausbau der Breitbandversorgung bekommen hat. Immer mehr Zuzüge und steigende Geburten seien sehr erfreulich, brächten aber eben auch Herausforderungen mit sich.
Barbara Stamm erinnerte daran, dass die kommenden Monate vom Wahlkampf für die Bundestagswahl im September geprägt sein werden. Sie betonte die Eigenständigkeit der CSU ebenso wie die enge Verbundenheit mit der CDU. "Wir sind nach wie vor zwei Schwesterparteien", sagte sie.
Aber auch, dass die Union gemeinsam in der Regierung Merkel "Riesenerfolge" feiern durfte. Sie betonte, dass die bayerische Politik im ländlichen Raum des Freistaats die gleiche Lebensqualität für die Menschen schaffen müsse, wie in den Ballungsräumen, sie nannte die CSU eine "Partei der kleinen Leute" und forderte: "Wir dürfen die Hoheit über die Stammtische nicht verlieren."