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Halbzeit auf dem Christkindlesmarkt


Autor: Dr. Manfred Welker

Herzogenaurach, Mittwoch, 12. Dezember 2018

Für Ralf Rehder aus Herzogenaurach ist am Nürnberger Christkindlesmarkt mit seinem Stand mit der Nummer 31 Halbzeit angesagt. In seinem kleinen Reich können Besucher vieles kaufen, was auf dem weihnac...
Ralf Rehder hat viele asiatische Kunden. Foto: Manfred Welker


Für Ralf Rehder aus Herzogenaurach ist am Nürnberger Christkindlesmarkt mit seinem Stand mit der Nummer 31 Halbzeit angesagt. In seinem kleinen Reich können Besucher vieles kaufen, was auf dem weihnachtlichen Gabentisch zu finden ist.

Der Stand hat eine lange Familientradition, schon in vierter Generation ist die Familie auf dem Markt vertreten. Bereits die aus Nürnberg stammende Urgroßmutter versorgte als Marktfrau dort die Bevölkerung. Bei Rehder gibt es Strohsterne, Christbaumschmuck, kleine Engel, Nußknacker, Räuchermännchen, Glasschmuck und Puppenkücheneinrichtungsgegenstände zu kaufen. "Der große Rauschgoldengel in der Mitte gehört zur Bude wie der Name und wird nicht verkauft", erklärt Rehder. Beim Herstellen der kleinen Rauschgoldengel hilft die ganze Familie zusammen. Weitere Kunstgegenstände werden zugekauft, um ein breiteres Sortiment anbieten zu können.

Was Rehder besonders auffällt, ist, dass vor allem die Farbe Rot die Käufer anzieht. So sind die Rauschgoldengel mit einem roten Gewand beliebter und gehen auch häufiger über den Tresen in die Hände der Kunden.

Da die Buden von der Stadt Nürnberg nur aufgestellt werden, ist viel Arbeit nötig, um sie ansprechend herauszuputzen und zu bestücken. Fast zwei Wochen sind dazu nötig. Dabei ist es üblich, dass die ganze Familie mithilft. Schwiegervater, Kinder, Neffen, Schwager und Vater, es handelt sich um ein richtiges Familienunternehmen, anders ist der Arbeitsaufwand nicht zu bewältigen.

Menschen aus aller Herren Länder laufen durch die Budenstadt. Vor allem die Japaner kaufen bedingt durch den Transport eher kleine Holzminiaturen, die sie heil nach Hause bringen können.Auch unter der Woche flanieren Interessenten durch die Gassen.

"Der Ralf" kann helfen

Eine Kundin benötigt eine Kerzenglocke und wird von einem der Nachbarstände dorthin geschickt, "zum Ralf", denn er hat das bestimmt. Natürlich kann Ralf Rehder damit dienen, Mit einer Kerzenglocke können die Kerzen am Weihnachtsbaum gelöscht werden, ohne dass heißes Wachs umherspritzt, wie es beim Ausblasen häufig der Fall ist. Die Kundin ist zufrieden mit ihrem Neuerwerb und verstaut ihn in ihrer Tasche.

Auch am 24. Dezember ist der Markt von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Danach machen sich alle auf den Weg, um daheim Weihnachten mit der Familie feiern zu können. Aber zwischen Weihnachten und Neujahr werden die Buden weiterhin bewacht, bis die Standbetreiber ihren Stand geräumt haben. Bei der Familie Rehder geht das natürlich schneller als der Aufbau. Innerhalb eines Tages ist alles abgebaut, in Kisten und Schachteln verstaut und Richtung Heimat gefahren. Manfred Welker