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Gutes Wasser aus dem Steigerwald


Autor: Baier Media

Burgebrach, Donnerstag, 05. Juli 2018

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Auracher Gruppe lädt am Sonntag nach Stegaurach ein.
Oberhalb von Burgebrach befindet sich das Überhebepumpwerk des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Auracher Gruppe.  Foto: Firmenarchiv


Ein Prosit auf den gerade 50 Jahre alten Zweckverband zur Wasserversorgung der Auracher Gruppe - natürlich mit köstlich frischem, gutem Wasser aus den Tiefen des Steigerwalds! Und bald gibt's im Bamberger Raum auch noch ein schmackhaftes "Wasserschutzbrot" von der Bäckerei Seel. Wer von diesem Brot isst, wird zwar nicht selig, unterstützt aber indirekt ein gutes Werk an der Natur. Vorgestellt wird das Projekt "Wasserschutzbrot" beim informativen Tag der offenen Tür im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Wasserzweckverbands Auracher Gruppe am kommenden Sonntag an der Hartlandener Straße in Stegaurach (neben dem Feuerwehrzentrum). Alle Bewohner der Verbandsgemeinden Burgebrach, Burgwindheim, Frensdorf, Pettstadt, Pommersfelden, Schönbrunn, Stegaurach und Walsdorf sowie die teilweise mitversorgten Lisberger sind zur Feier eingeladen. Verbandsvorsitzender Jakobus Kötzner und Geschäftsführer Joachim Karl freuen sich auf zahlreiche Besucher.
Freilich, für alle 30 000, die mit dem Wasser der Auracher Gruppe duschen, Zähne putzen, Kaffee kochen, Geschirr spülen oder den Rasen wässern, wäre dort kein Platz. Aber jeder im Versorgungsgebiet hätte Grund,
Dankbarkeit für ein stets verfügbares Lebensmittel von hoher Güte zu zeigen: all den Verbandsräten der fünf Jahrzehnte sowie aktuell den fünf Verwaltungskräften, dem Wassermeister und den drei Wasserwarten.


300 Meter langes Netz

Einwandfreies Trinkwasser von bester Qualität in jederzeit ausreichender Menge und zu einem günstigen Preis sollte nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Mit 1,40 pro Kubikmeter des über ein 300 Kilometer langes Leitungsnetz verteilten Trinkwasser liegt der Zweckverband unter dem Landesdurchschnitt von 1,55 Euro pro Kubikmeter. Investitionen in den Ausbau des Netzes werden voraussichtlich ab 2020 zu einer moderaten Anhebung führen, kündigt Geschäftsführer Karl an.
Derzeit werden in die Versorgung von Oberköst, Tempelsgreuth und Küstersgreuth 2,1 Millionen Euro investiert. Da es
keine staatlichen Zuschüsse zu solchen Projekten mehr gibt und die Anschlussgebühren nur etwa 50 0000 Euro erbringen, muss ein erheblicher Betrag über Zähler- und Verbrauchsgebühren finanziert werden. Mittelfristig steht noch der Anschluss von Schatzenhof, Klemmenhof, Manndorf, Krumbach und Vollmannsdorf (alle Gemeinde Burgebrach) auf dem Plan. Aus Rentabilitätsgründen soll künftig aber nicht mehr jeder kleine Weiler mit Leitungswasser versorgt werden. "Sonst müssen wir mehr Wasser fürs Leitungspülen verbrauchen als uns abgekauft wird," argumentiert Karl.
Auch wenn die Zahl der Abnehmer im Verbandsgebiet durch Siedlungstätigkeit und Zuzug immer wieder etwas steigt, bleibt der Gesamtbedarf an Trinkwasser der Auracher Gruppe seit Jahren konstant. Das sei auf sparsamere Armaturen und Geräte zurückzuführen, ist vom Sachbearbeiter Gerhard Karbacher zu erfahren.


Zukauf von Fernwasser

Vier Brunnen zwischen Stegaurach und Mühlendorf fördern aus 120 bis 126 Meter Tiefe jährlich 700 000 Kubikmeter Wasser, das etwa 40 Jahre alt ist. Die drei Brunnen zwischen Grasmannsdorf und Ampferbach liefern aus 43 bis 49 Meter Tiefe 360 000 Kubikmeter im Jahr. Dieses Wasser ist etwa 15 Jahre durch den Boden gesickert.
Gesichert wird der Bedarf durch einen Zukauf von rund 40 0000 Kubikmetern Fernwasser aus dem Lechmündungsgebiet. Es wird durch einen Abzweig bei Strullendorf und ein Pumpwerk bei Reundorf ins Netz eingespeist und kann mit dem Brunnenwasser vermischt werden.


Härtegrad 3

Das Wasser aus den Burgebracher Fluren muss durch eine Uranex-Anlage und eine Ultrafiltration im Überhebepumpwerk aufbereitet werden. Schließlich kommt es ungechlort und in einwandfreier Trinkwasserqualität mit dem Härtegrad 3 bei den Verbrauchern an. Drei Hochbehälter mit zusammen 4800 Kubikmetern Fassungsvermögen stehen als Reservoir zur Verfügung.
Dass der Nitratgehalt von durchschnittlich 30 Milligramm/Liter deutlich unter dem Schwellenwert 50 mg liegt, ist auf eine erfolgreiche Kooperation mit rund 30 Bauern im Einzugsbereich der Brunnen zurückzuführen. Die erhalten seit 1996 einen finanziellen Ausgleich in Gesamthöhe von bis zu 55 000 Euro jährlich. Bedingung: Diese Bauern gehen in dem 730 Hektar großen, vom Geoteam Bayreuth kontrollierten Vertragsgebiet auf eine ganze Reihe von Anbauverpflichtungen, Schulungen etc. ein, damit im Laufe der Jahre der Nitrateintrag verringert wird.
Außerdem hat sich die Auracher Gruppe dem Projekt "Wasserschutzbrot" angeschlossen, einer unterfränkischen Initiative, die bereits mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden ist. Dabei müssen die Vertragsbauern auf die übliche dritte Stickstoff-Düngung des Weizens verzichten, der dadurch einen geringeren Eiweißgehalt hat. Die Vertragsmühle Wiesneth in Sambach gewinnt daraus das Mehl für das "Wasserschutzbrot", das ab Herbst die Bamberger Bäckerei Seel auf den Markt bringen wird.
Um die Zukunft ist den Verantwortlichen der Auracher Gruppe nicht bange. Sie arbeitet kostendeckend und kann etwaigen Mehrbedarf gegebenenfalls durch die Fernwasserversorgung Oberfranken decken lassen. Ein Verkauf des Versorgungsbetriebs komme niemand in den Sinn, versichert Geschäftsführer Karl, und es sei auch noch kein Kauf-Interessent
aufgetreten. Alle Verbandsräte aus den Mitgliedsgemeinden verfolgten wie seit der Gründung vor 50 Jahren die Absicht, den Bürgern das wichtigste Lebensmittel zum fairen Preis zu liefern, auch wenn in den Unterhalt und die Sanierung des Leitungsnetzes immer wieder erhebliche Summen investiert werden müssen. Es dient der hohen Lebensqualität auf dem Land, die im Bamberger Umland gerne in Anspruch genommen wird.