Auf den Spuren ihrer Vorfahren besuchten die Teilnehmer der Keltenwanderung "Rund um das Prächtinger Pferdchen" unter der Leitung von Karl-Heinz Hößel eine Zeitreise zu Orten, an denen unsere Vorfahren lebten.
Am Wanderparkplatz nahe des Sankt-Veit-Brunnens bei Ebensfeld, dem Startpunkt des "Keltenwegs E", begann die Wanderung. "Das steilste Stück haben wir gleich am Anfang", warnte Gymnasiallehrer Hößel die Teilnehmer vor. Zu Beginn führte die Route nämlich hinauf zum Ansberg, der im Volksmund Veitsberg genannt wird. Bei Sonnenschein ließen die Wanderer an der Veitskapelle den Blick übers Maintal schweifen und stärkten sich an mitgebrachten Speisen und Getränken.
1357 sei der Ansberg zuletzt als Adelssitz dokumentiert worden, ließ Hößel wissen. An einer Station unterhalb des Burgstalls - dem früheren Standort einer Burg - spielte den Teilnehmern das Wetter außerdem in die Karten. So war es ausgezeichnet möglich, anhand der aufgestellten Infotafel die von hier sichtbaren Standorte von elf Burganlagen und historischen Ansiedlungen im weiten Umkreis auszumachen - darunter der Dornig, der Staffelberg, die Kulch und die Veste Coburg.


Bei den Hügelgräbern verweilt

Auch einige infolge der Regenfälle in den Tagen zuvor matschig gewordene Waldwegpassagen taten der guten Stimmung in der Gruppe keinerlei Abbruch. Nachdem gut zehn Kilometer zurückgelegt waren, bildeten die Hügelgräber zwischen Kümmel und Prächting den lokalhistorischen Höhepunkt der Wanderung. Mehr als 60 Bestattungen wurden hier entdeckt, Fachleute datieren das Gräberfeld auf die frühe Eisenzeit um 600 vor Christus. Nur wenige Schritte von der Infotafel waren erforderlich, um im Waldgebiet die Reste zweier Grabhügel zu finden. Eine gewisse Ehrfurcht machte sich breit in den Gesichtern der Teilnehmer, als sie vor einem der Hügel standen. "Bei den früheren Gräbern wurden Schwerter gefunden, später Dolche - hier wird der mediterrane Einfluss deutlich", erläuterte Karl-Heinz Hößel. Es habe auch Sekundärbestattungen gegeben, sagte er: Manche Verstorbene seien wohl in den Hügelgräbern ohne Sarg beerdigt worden.
Weit über die Region hinaus Bekanntheit erlangte das Hügelgräberfeld bei Prächting durch die 17 Zentimeter große Pferdefigur aus Ton, die im Zuge archäologischer Ausgrabungen 1978 gefunden wurde. Das "Prächtinger Pferdchen" kann heute im Staffelsteiner Stadtmuseum bewundert werden.
Mitte des 19. Jahrhunderts seien die Hügelgräber in weit größerem Ausmaß als heute sichtbar gewesen, sagte Hößel. Sie wurden ausgegraben - allerdings relativ unprofessionell: "Da ging man leider ziemlich unmethodisch vor. Außerdem ist von den Grabbeigaben ziemlich viel einfach verschwunden."
Nachdem zum Schluss noch ein historischer Kreuzstein besichtigt wurde, kam die Gruppe am späten Nachmittag - beim Keltenweg E handelt es sich um einen Rundkurs - wieder am Wanderparkplatz an. 15 Kilometer hatten sie zurückgelegt. Doch das Erlebte machte die Strapazen mehr als wett - gute Gespräche mit Wanderfreunden inklusive.