Grüne: Ostspange ist Prüfstein für OB-Wahl
Autor: Redaktion
Forchheim, Freitag, 05. Februar 2016
Bei einer gut besuchten Mitgliederversammlung der Forchheimer Grünen war die bevorstehende OB-Wahl das vorherrschende Thema. Nachdem die Grünen keinen eigen...
Bei einer gut besuchten Mitgliederversammlung der Forchheimer Grünen war die bevorstehende OB-Wahl das vorherrschende Thema. Nachdem die Grünen keinen eigenen Kandidaten stellen, stand die Frage im Mittelpunkt, ob man eine Wahlempfehlung abgeben solle.
In einer regen Diskussion glichen die Teilnehmer ihre wesentlichen Positionen mit den Aussagen der OB-Kandidaten ab. Dabei kristallisierte sich laut einer Pressemitteilung der Grünen ein Thema sowohl für die Stadt als auch für das Umland als besonders wichtig heraus, nämlich die geplante Ostumgehung, die die Grünen vehement ablehnen.
Verkehrspolitischer Fehler
Steffen Müller-Eichtmayer machte deutlich, dass die Ostumgehung nicht nur ökologisch, sondern auch verkehrspolitisch ein großer Fehler ist.
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"Diese sogenannte große Lösung würde selbst bei Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan Jahrzehnte bis zur Realisierung brauchen und somit den verkehrsbelasteten Bürgern nicht helfen, sondern im Gegenteil vernünftige, in absehbarer Zeit umsetzbare kleine Lösungen wie die Ortsumgehung Gosberg verhindern", kritisierte Müller-Eichtmayer, der selbst in Reuth wohnt. Reuth werde durch die Umgehung anders als erhofft kaum entlastet.
Dafür aber verhindere die Planung das von den Grünen schon lange beantragte alternative Verkehrskonzept zur Entlastung der Bewohner des Forchheimer Ostens.
"Überdimensionierte Trasse"
Wer den Ost-Ast der Südumgehung wolle, nehme dagegen inkauf, "dass Reuth und das gesamte untere Wiesenttal über alle Hänge hinweg sogar mehr Lärmbelastung abbekommen", so der Verkehrsexperte der Forchheimer Grünen Liste (FGL). Denn die "weit
überdimensionierte Trasse" werde absehbar massiv zusätzlichen Fern- und Schwerlastverkehr anziehen. FGL-Vorstandssprecher Emmerich Huber wies außerdem auf die Kosten für den Steuerzahler von über 40 Millionen Euro hin. Stadträtin Sabine Dittrich stieß in dasselbe Horn: "Ich verstehe nicht, wie so viele Politiker wegen gefühlter Beeinträchtigung von Sichtachsen die Windkraft bekämpfen, aber andererseits sich für diese gigantische Landschafts- und Heimatzerstörung einsetzen."
SPD-Aktivitäten erwartet
Zum Thema "Ostspange" hat sich bisher nur der SPD-Kandidat Uwe Kirschstein im Sinne der Grünen klar geäußert. "Für eine Wahlempfehlung reicht das den Grünen aber noch nicht", sagte Huber.
Denn zum einen habe man noch nicht mit allen vier Kandidaten gesprochen und zum anderen seien gerade potenziell grün orientierte Wähler selbst in der Lage, Wahlaussagen zu prüfen und sich zu entscheiden. Außerdem erwarten die Grünen, dass sich die Rathaus-SPD hier klar hinter Kirschstein stellt und neben der Aussage in den Medien zur Ostspange noch sichtbare Aktivitäten über die SPD-Schiene auf Landes- und Bundesebene folgen. red