Michael Busch Es gibt Dinge, die gehören einfach nicht in ein Brot. Eine der vielen Erkenntnisse, die Schüler der Carl-Platz-Schule bei einem Besuch der Bäckerei Römmelt erfuhren. "Konservierungsstoffe gehören auf keinen Fall in ein gutes Brot", hatte Juniorchef Michael Römmelt den neugierigen Backlehrlingen auf Zeit erzählt.

Mit gesunden Inhaltsstoffen wurde dann gearbeitet. Die Schüler mussten vorbereiten, kneten, mischen, formen - eben alles, was zum Bäckerhandwerk dazugehört. Einen Grund für diese besondere Aktion gab es. "Seit 120 Jahren backen wir im Herzen der Herzogenauracher Innenstadt Brot, Kuchen und andere Backwaren", sagte Chef Klaus Römmelt.

Zusammen mit den beiden Söhnen Michael und Stefan war es ihm ein Anliegen, "dass der Umgang mit Lebensmittel den Kindern vermittelt wird." Oft würden solche wichtigen Lebensmittel wie das Brot bereits aus Automaten gezogen, "der Herstellungsprozess ist gänzlich unbekannt", erzählten die Profis von ihrem Handwerk.

Selber den Teig machen

Im Rahmen des Jubiläums wurde aber auch in die Vergangenheit geschaut. "Wir haben schon immer auf gesunde Nahrung geschaut", erklärt Römmelt. Zugegebenermaßen würde man nach heutigen Kenntnissen einen "Zwiebackbrei" anders bewerten, aber der Kraftzwieback war einst ein wichtiges Ernährungsmittel für den Nachwuchs.

Für die jungen Besucher war das etwas einfacher. Auf dem Programm standen ein Vier-Korn-Vollkornbrot und ein Dinkelkuchen. Das Brot wurde mit einem Anteil von 80 Prozent Dinkel gefertigt. Die Erklärung fehlte selbstverständlich nicht, und auch die Erzieher staunten nicht schlecht angesichts der mitgelieferten Informationen. Römmelt sagte nämlich: "Dinkel ist gesund und enthält mehr und höherwertiges Eiweiß, mehr Vitamine und Mineralstoffe als andere Getreide."

Informationen und Brot

Und obwohl der erhöhte Vollkornverzehr zudem vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Typ-2-Diabetes und Übergewicht helfe, schmecke es auch noch.

Die Skepsis der Kinder (und der begleitenden Erwachsenen) war mit dem Testbiss in das eigene Brot dann auch tatsächlich verschwunden. "Gesund und schmeckt!" - mochte mancher kaum glauben.