Druckartikel: Gesellen freigesprochen von den Rechten und Pflichten des Lehrlings

Gesellen freigesprochen von den Rechten und Pflichten des Lehrlings


Autor: Franka Struve

Forchheim, Freitag, 20. Sept. 2019

50 Auszubildende haben in der Kapelle St. Gereon ihren Gesellenbrief auf der Freisprechungsfeier entgegengenommen. Erst London, dann Forchheim: Natalie Doke (26) hat nach ihrem Studium zur Maskenbildn...
Die Auszubildenden mit einer Abschlussnote 1,5 oder besser werden ausgezeichnet (v. l.): Werner Oppel, Christian Jaklin, Lukas Kirchmayr, Karl Fleischmann, Philipp Eicke, Christopher Wunder, Sandro Geist und Thomas Zimmer  Fotos: Franka Struve


50 Auszubildende haben in der Kapelle St. Gereon ihren Gesellenbrief auf der Freisprechungsfeier entgegengenommen.

Erst London, dann Forchheim: Natalie Doke (26) hat nach ihrem Studium zur Maskenbildnerin in der englischen Hauptstadt noch eine Friseurausbildung in der Meininghaus-Akademie angehängt. Die Unsicherheit des bevorstehenden Brexits war ausschlaggebend. Jetzt arbeitet die Friseurgesellin, die aus Los Angeles in den USA kommt, erst mal freiberuflich in Nürnberg. Den Friseurgesellen Felix Kluge (20) zieht es zurück in den Familienbetrieb nach Radebeul.

Bodenständiger geht es bei Andreas Schäfer aus Eggolsheim zu. Gelernt hat er bei der Schreinerei Hümmer, die ihn jetzt als Gesellen übernimmt. Die zweijährige Ausbildung beschreibt er als wunderbar: "Es waren vier Meister da und ich." Mit seinem Gesellenstück, einem Sideboard aus furnierter Esche, das sich zu einem Schreibtisch ausklappen lässt, hat er den ersten Preis im Wettbewerb "Die gute Form" gewonnen, der hervorragende Schreinerarbeiten auszeichnet.

Angesichts des Fachkräftemangels bescheinigt Kreishandwerksmeister Werner Oppel dem Handwerk einen goldenen Boden. Den Gesellenbrief beschreibt er als das "sicherste Wertpapier der Zukunft". Der Begriff "Freisprechung sei "schon mehr als 700 Jahre alt und spricht die Gesellen frei von den Rechten und Pflichten des Lehrlings". "Sie verlassen jetzt den geschützten Bereich der Ausbildung und lenken eigenständig Ihre Geschicke", gab Werner Oppel den Gesellen mit auf den Weg.

Der stellvertretende Handwerksmeister Christian Jaklin hob hervor, dass die Vertreter des Handwerks die zweitgrößte Fraktion im Forchheimer Stadtrat seien. Bürgermeister Franz Streit (CSU) unterstrich, dass Forchheim eine Stadt des Handwerks sei, der Mittelstand sei die Basis für Ausbildung und Weiterbeschäftigung. Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer, sprach den 248 Betrieben in Stadt und Landkreis seinen Dank dafür aus, dass diese 482 Mitarbeiter ausbildeten. Der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks begrüßte die Rückkehr von einigen Gewerken in die Meisterpflicht, wie Raumausstatter und Fliesenleger. Vor der Vergabe der Gesellenbriefe wurden die fünf besten Auszubildenden geehrt und mit einem Geldpreis der Ludwig-und-Therese-Betz-Stiftung bedacht: Arik Aaron Bartels, Philipp Eicke, Lukas Kirchmann, Sandro Geist, Christopher Wunder und Karl Fleischmann.

Friseure: Arik Aaron Bartels, Dilara Caner, Emma Luna Carls, Natalie Doke, Philipp Eidke, Johanna Emt, Hannah Fendt, Janine Heisser, Josephine Höhn, Julian Jausel, Felix Kluge, Pauline Mayer, Michelle Merkel, Riccarda Rascher, Jessica Schulz

Schreiner: Fabian Büttner, Markus Distler, Theresa Herzing, Felix Jungherr, Felix Kern, Lukas Kirchmayr, André Mideck, Heike Müller, Fabian Schwind, Thorsten Weber

Fliesenleger: Noah Aures, Kevin Hödl, Arian Hoffmann, Andreas Klaus, Dustin Krumm, Niklas Meusel, Manuel Neubig, Florian Pflaum, André Weigel, Tizian Zeck, Dominic Zimpel

Maurer: Sandro Geist, Simon Hack, Markus Hofmann, Lukas Leißner, Robin Mühlhäußer

Kaufleute für Büromanagement: Alexandra Engerer, Dorothea Giehl, Rosalie Schuhmann, Christopher Wunder

Zimmerer: Karl Fleischmann, Maximilian Weber

Stuckateur: Patrick Walz